Wo befindet ihr euch?
In Patagonien. Genauer gesagt in El Chalten. Das ist das Trekkingmekka in Argentinien.
Wo ist Patagonien?
Am Besten zuendet ihr das Licht am Globus an und dreht ihn auf die andere Seite. Oder nehmt den verstaubten Weltatlas aus dem Buecherregal. Patagonien befindet sich am untersten Teil von Suedamerika. In Chile und Argentinien.
Was macht ihr in Patagonien?
Wir latschen in der Gegend herum. Mit schweren Rucksaecken auf dem Ruecken. Und Zelt. Neudeutsch wird die Latscherei auch Trekking genannt.
Wie sieht es in Patagonien aus?
Hier hat es alles. Doch schon hauptsaechlich Berge. Faszinierende Berge. Fitz Roy. Cerro Torre. Stolz und maechtig ragen ihre Felsnadeln hoch in der Luft. Sogar der Schnee kann sich kaum auf ihnen halten. Ueber ihnen kreisen mit grossem Fluegelschlag Kondore. Fitz Roy erklimmen nur die weltbesten Bergsteiger. Wir waren nicht ganz oben, hi, hi. Und bewunderten ihn von unten. Um die Berge herum gibts unendliche Gletscherriesen. Meterhohe blaue Eiswaende ragen in die eiskalten Seen. Gletscherwasser. Daneben grosse Schuttmoraenen. Dahinter weite Ebenen. Sogenannte Pampas. Mit windgepeitschten Baeumen oder doch mehr Bueschen.
Was esst ihr auf euren Trekking-Touren?
Wir kochen auf unserem Benzinkocher einfache Menues. Halt eben soviel, wie wir tragen koennen. Unser Favoritenmenue ist Polenta mit Kaese. Ungekocht leicht zu tragen, einfach, schnell gekocht, und nach dem Kochen ein grosser Schochen. Vorher gibts meistens eine heisse Suppe. Oder wir mischen die Suppe z.B. mit Reis. Gibt Tomatenreis. Carne de Soya ist auch ein guter Trick. Quillt beim Kochen. Und schmeckt ausgezeichnet. Dazu trinken wir Unmengen heissen Tee oder Kaffee. Dazu darf natuerlich Schokolade oder ein Guezli nicht fehlen.
Woher nehmt ihr das Wasser zum Kochen?
Abseits von der Zivilisation kann das Wasser aus den Fluessen getrunken werden. Es ist halt einfach Gletscherwasser. Eiskalt. Natuerlich gibt es einige Regeln einzuhalten. Waschen oder Abwaschen darf man nur mit einem Abstand von mindestens 30 Metern von der Trinkwasserquelle. Auch sein Geschaeft muss man noch weiter weg erledigen. In den Nationalparks gibts auch Toi tois. Ein Holzbrett mit einem Loch ueber einer Grube.
Wo schlaeft ihr?
In unserem 3-season-Zelt. Das jedoch die 4. Jahreszeit auch mit Bravour ueberlebt hat. Wie wir auch. Pez machen die Gezeiten nicht viel aus. Er kocht bei Sturm, Schnee und Regen warme Mahlzeiten. Und heissen Tee. Haasi verkriecht sich unterdessen lieber im Zelt unter der Emergency-Alu-Decke. Die Pez fuer das Bike-Transalp 2005 gekauft hat. Und bisher nie gebraucht hat. Doch jetzt ist der Notfall eingetreten...
Wie orientiert ihr euch?
Es ist nicht wie in der Schweiz. Hier gibts keine genauen 1:25000-Karten. Und auch keine Wegweiser. Am Besten gehen wir der Nase nach. Wir haben die gute Erfahrung gemacht, 2 verschiedene Karten zu kaufen. Auf der einten ist ein Weg eingezeichnet, auf der anderen nicht. Campingplaetze sind nie identisch. Meistens sind sie sowieso nicht da, wo sie auf beiden Karten eingezeichnet sind. Aber mit ein bisschen Fantasie finden wir immer einen Weg.
Wie reist ihr von Ort zu Ort?
Mit Bussen. Es ist immer wieder ein Abenteuer. Es ist also auch schon vorgekommen, dass ein anderer Fahrgast im vollbesetzten Bus dringend pinkeln musste. Und den Buschauffeur um einen Stopp bat. Der Bus hielt. Und 50 Leute schauten dem am Strassenrand pinkelnden Fahrgast zu. Danach ging die Fahrt weiter.
Von Bariloche nach El Chalten fuhren wir ueber die legendaere Routa 40. Das sind 2 Tage lang uebelste Schotterpiste. Es kam so wie es kommen musste. Unser Minibus hatte schon am 1. Tag 2 Pannen. Zuerst schlug ein Stein eine der riesigen Seitenscheiben ein. Mit Klebeband wurde alles wieder zusammengeklebt. Wenig spaeter, schon in der Daemmerung, lag der Dieseltank am Boden. Da nuetzte auch das Klebeband nichts mehr...
Wie sieht es mit der Kriminalitaet aus?
Wir haben einen Streetdog als Wachhund vor unserem Zelt angefuettert!
Wie sieht euer weiterer Reiseplan aus?
Wir haben einen groben Plan. Wir wollen ueber El Calafate zum Nationalpark Torres del Paine in Chile. Dort wandern wir wieder so um die 8 Tage. Am Schluss gehts dann nach Punta Arenas. Von dort fliegen wir wieder zurueck nach Hause. Wie und wann. Das steht noch alles in den Sternen. Wir schreiben unser Reisetagebuch halt noch Tag fuer Tag. Und nicht schon vor der Reise. Wie hier viele andere Touristen es tun. Die fuer jeden Tag ihre Hotels und Transfers schon im Voraus gebucht haben... Und fast verzweifeln, wenn einmal ein Bus nicht im Voraus gebucht werden kann.
Reichen 2 Monate in Patagonien?
Viele machen unsere Tour in 3 Wochen. Wir nehmen uns halt lieber "Zeit" fuer diese gewaltigen Naturspektakel. Und geniessen. Wer weiss, vielleicht kommen wir wieder...
Globy und Toby alias Pez und Haasi