29 November 2008

Jetzt gehts um die letzten...

...Tage... Trekkingtouren... Bloggberichte... Und natuerlich Kommentare!


Morgen starten wir das zweiwoechige Trekking-Abenteuer Nationalpark Torres del Paine. Eingekauft haben wir schon. Unsere Rucksaecke platzen aus allen Naehten.


Noch in der Zivilisation sind wir heute auf professionellen Internet-Seiten von anderen Reisenden gesurft. Da wo "Kommentare" "Gaestebuch" heissen. Und Packlisten mehrere Seiten lang sind.


Leider fehlte bis heute auf unserem einfachen Blogg diese Packliste (Wie konnte das nur passieren?).


Wir uebernehmen keine Haftung fuer die Vollstaendigkeit des Bildes und der folgenden Pack-Liste:



4 Paar Unterhosen

Baumwolle, mehrjaehrig, Bremsspuren nicht mehr auswaschbar

Pyjama
Renngeschenk, Groesse XL (auch zum Bikewash geeignet)


Socken
Geruchlos: keine
Geschmacksrichtung Queso y Cebolla: alle anderen
Nach jedem Waschgang ein Socke weniger


T-Shirt Iron Bike Brittnau
Traegt jetzt ein frecher Argentinier (Angstellter einer Lavanderia)


Trekking-Hose Pez
Marke Patagonia, gekauft in Kanada


Jeans Haasi
Inzwischen eine Nummer kleiner, wohl beim Waschen eingegangen


Emergency-Poncho
Material Plastik, einmal offen: nie mehr einpackbar


Schlafsack
Komfortzone: 25 bis 7 Grad. Darum getunt mit blauer Flauschdecke: 2 x 1.60 m
(Blaue Fussel am Morgen ueberall)


Gummi-Iso-Matte
Farbe rosarot und hellgruen
Luftmatratze ausser Gefecht, Flickzeug zuhause


Muetze
Material Wolle, gehaeckelt, wurde am Trans Germany verlost


Wanderschuhe
Marke: Columbia (schon 10 Mal neu geleimt, ohne Erfolg)


Gewuerz
In Kanada gekauft: Salz, Pfeffer schwarz, Cayenne, Knoblauchsalz


Roter Faserpelz Iron-Bike-Race Einsiedeln
Merkmal: Brandloecher von Grillparty in Kanada


Reisefuehrer Chile
Kurzfristig ausgedruckt in Kanada, 150 A4-Seiten, nicht ganz reisetauglich

Tagebuch
Nicht schon vorgeschrieben. Sondern immer 5 Tage hintendrein. Im Bus geschrieben, unleserlich.


Und noch viel viel mehr...


Hasta luego. Los Pezos

Bariloche und Los Glaciares

24 November 2008

Interview mit Los Pezos

Wo befindet ihr euch?
In Patagonien. Genauer gesagt in El Chalten. Das ist das Trekkingmekka in Argentinien.

Wo ist Patagonien?
Am Besten zuendet ihr das Licht am Globus an und dreht ihn auf die andere Seite. Oder nehmt den verstaubten Weltatlas aus dem Buecherregal. Patagonien befindet sich am untersten Teil von Suedamerika. In Chile und Argentinien.

Was macht ihr in Patagonien?
Wir latschen in der Gegend herum. Mit schweren Rucksaecken auf dem Ruecken. Und Zelt. Neudeutsch wird die Latscherei auch Trekking genannt.

Wie sieht es in Patagonien aus?
Hier hat es alles. Doch schon hauptsaechlich Berge. Faszinierende Berge. Fitz Roy. Cerro Torre. Stolz und maechtig ragen ihre Felsnadeln hoch in der Luft. Sogar der Schnee kann sich kaum auf ihnen halten. Ueber ihnen kreisen mit grossem Fluegelschlag Kondore. Fitz Roy erklimmen nur die weltbesten Bergsteiger. Wir waren nicht ganz oben, hi, hi. Und bewunderten ihn von unten. Um die Berge herum gibts unendliche Gletscherriesen. Meterhohe blaue Eiswaende ragen in die eiskalten Seen. Gletscherwasser. Daneben grosse Schuttmoraenen. Dahinter weite Ebenen. Sogenannte Pampas. Mit windgepeitschten Baeumen oder doch mehr Bueschen.

Was esst ihr auf euren Trekking-Touren?
Wir kochen auf unserem Benzinkocher einfache Menues. Halt eben soviel, wie wir tragen koennen. Unser Favoritenmenue ist Polenta mit Kaese. Ungekocht leicht zu tragen, einfach, schnell gekocht, und nach dem Kochen ein grosser Schochen. Vorher gibts meistens eine heisse Suppe. Oder wir mischen die Suppe z.B. mit Reis. Gibt Tomatenreis. Carne de Soya ist auch ein guter Trick. Quillt beim Kochen. Und schmeckt ausgezeichnet. Dazu trinken wir Unmengen heissen Tee oder Kaffee. Dazu darf natuerlich Schokolade oder ein Guezli nicht fehlen.

Woher nehmt ihr das Wasser zum Kochen?
Abseits von der Zivilisation kann das Wasser aus den Fluessen getrunken werden. Es ist halt einfach Gletscherwasser. Eiskalt. Natuerlich gibt es einige Regeln einzuhalten. Waschen oder Abwaschen darf man nur mit einem Abstand von mindestens 30 Metern von der Trinkwasserquelle. Auch sein Geschaeft muss man noch weiter weg erledigen. In den Nationalparks gibts auch Toi tois. Ein Holzbrett mit einem Loch ueber einer Grube.

Wo schlaeft ihr?
In unserem 3-season-Zelt. Das jedoch die 4. Jahreszeit auch mit Bravour ueberlebt hat. Wie wir auch. Pez machen die Gezeiten nicht viel aus. Er kocht bei Sturm, Schnee und Regen warme Mahlzeiten. Und heissen Tee. Haasi verkriecht sich unterdessen lieber im Zelt unter der Emergency-Alu-Decke. Die Pez fuer das Bike-Transalp 2005 gekauft hat. Und bisher nie gebraucht hat. Doch jetzt ist der Notfall eingetreten...

Wie orientiert ihr euch?
Es ist nicht wie in der Schweiz. Hier gibts keine genauen 1:25000-Karten. Und auch keine Wegweiser. Am Besten gehen wir der Nase nach. Wir haben die gute Erfahrung gemacht, 2 verschiedene Karten zu kaufen. Auf der einten ist ein Weg eingezeichnet, auf der anderen nicht. Campingplaetze sind nie identisch. Meistens sind sie sowieso nicht da, wo sie auf beiden Karten eingezeichnet sind. Aber mit ein bisschen Fantasie finden wir immer einen Weg.

Wie reist ihr von Ort zu Ort?
Mit Bussen. Es ist immer wieder ein Abenteuer. Es ist also auch schon vorgekommen, dass ein anderer Fahrgast im vollbesetzten Bus dringend pinkeln musste. Und den Buschauffeur um einen Stopp bat. Der Bus hielt. Und 50 Leute schauten dem am Strassenrand pinkelnden Fahrgast zu. Danach ging die Fahrt weiter.
Von Bariloche nach El Chalten fuhren wir ueber die legendaere Routa 40. Das sind 2 Tage lang uebelste Schotterpiste. Es kam so wie es kommen musste. Unser Minibus hatte schon am 1. Tag 2 Pannen. Zuerst schlug ein Stein eine der riesigen Seitenscheiben ein. Mit Klebeband wurde alles wieder zusammengeklebt. Wenig spaeter, schon in der Daemmerung, lag der Dieseltank am Boden. Da nuetzte auch das Klebeband nichts mehr...

Wie sieht es mit der Kriminalitaet aus?
Wir haben einen Streetdog als Wachhund vor unserem Zelt angefuettert!

Wie sieht euer weiterer Reiseplan aus?
Wir haben einen groben Plan. Wir wollen ueber El Calafate zum Nationalpark Torres del Paine in Chile. Dort wandern wir wieder so um die 8 Tage. Am Schluss gehts dann nach Punta Arenas. Von dort fliegen wir wieder zurueck nach Hause. Wie und wann. Das steht noch alles in den Sternen. Wir schreiben unser Reisetagebuch halt noch Tag fuer Tag. Und nicht schon vor der Reise. Wie hier viele andere Touristen es tun. Die fuer jeden Tag ihre Hotels und Transfers schon im Voraus gebucht haben... Und fast verzweifeln, wenn einmal ein Bus nicht im Voraus gebucht werden kann.

Reichen 2 Monate in Patagonien?
Viele machen unsere Tour in 3 Wochen. Wir nehmen uns halt lieber "Zeit" fuer diese gewaltigen Naturspektakel. Und geniessen. Wer weiss, vielleicht kommen wir wieder...

Globy und Toby alias Pez und Haasi

03 November 2008

Die 10 originellsten Ideen in Chile

1. Einmal nicht von den besten Irrtuemern erzaehlen. Sondern von den originellsten Einfaellen.

2. Mit den Skis auf dem Ruecken den drittaktivsten Vulkan Villarrica besteigen. Aufstieg war schweisstreibend. Aussicht in den rauchenden Krater eindruecklich. Aussicht auf dem Gipfel uebers Land und Berge mega. Rauschende Abfahrt ueber die schneeweissen wunderschoenen Haenge der Hit. Die beste Fruehlingsskitour im November!

Hinz und Kunz will auf den Vulkan. Darum wimmelt es hier in Pucon von Adventure-Agenturen. Ausgestattet werden alle mit identischen Feuerwehrdressen. In den unmoeglichsten Neon-Farben. Eigentlich sind sie fuer das Abrutschen vom Gipfel gedacht. Werden aber von den Touristen schon vor dem Aufstieg montiert. Und seichnass nach 10 Minuten wieder ausgezogen. Nach 10 Minuten Aufstieg hocken auch die Ersten voellig erschoepft im Schnee. Und werden von einem der Guides zum Weitergehen motiviert. Ein Guide ist fuer 3 Leute zustaendig. Unser Guide war fast arbeitslos. Dafuer etwas fuer das weibliche Auge. Ist schon erstaunlich, dass die Agenturen mit den braungebranntesten Guides am Meisten Frauen auf den Gipfel schleppen. Pez fragt sich noch heute: Warum gibts keine Guideinnen?

Schritt fuer Schritt gings auf den Gipfel. Nach und nach ueberholten wir schnaufende Frauen von frueher losgezogenen Gruppen. So hatte auch Pez etwas fuer das Auge... Von unserer Gruppe schafften es frueher oder spaeter alle auf den Gipfel. Die totale Ausnahme, erzaehlen uns die Guides spaeter. Uebrigens: Die Guides sind ueber 150 Mal im Jahr auf dem Vulkan.

3. Beim wilden mehrtaegigen Campen die Steine markieren. Mit denen man die ganze Sauerei abdeckt. Sonst sucht sich der andere bestimmt den gleichen Stein aus.

4. Im Bus die vordersten Sitze reservieren. Ja nicht in der Naehe vom WC zuhinterst. Nach einer Stunde Fahrt riechen diese naemlich uebelst.

5. Nur mit Spickzettel auf die Toilette gehen. Auf dem steht: Papier immer von draussen mitnehmen. Und nachher ja nicht ins WC werfen. Und wenn das Papier trotzdem draussen bleibt, tut auch der Spickzettel seinen Dienst. Am Besten schreiben wir den Spickzettel das naechste Mal direkt auf WC-Papier.

6. Abseits vom Touristenrummel mit einheimischen Bussen mitfahren. Zusammen mit vielen chilenischen Landeiern. Die in Baracken wohnen. Und trotzdem top gestylt in den Bus steigen. Mit Baumwollsocken. In spitzen Schuhen mit kriminell hohen Absaetzen. Die Schuhe sind das A und O hier in Chile.

Am 1. November war der Bus voller Blumen. Und machte einen extra Umweg ueber den oertlichen Friedhof. Doch nicht alle reisten mit dem Bus dorthin. Viele Pferde waren an der Friedhofsmauer angebunden.

7. Auf Tipps von anderen Reisenden zu hoeren. Eine Schweizerin gab uns den top Tipp, mit den Skis auf den Vulkan zu wandern. Und nachher abseits vom Rummel runtersausen.

8. Es mit anderen Reisenden nicht zu vercheiben. Trifft man sie doch immer wieder...

9. Merken, dass hier die Nordhaenge "schweizer Suedhaenge" sind. Fuer nicht Outdoorer: Die Sonne geht zwar auch im Osten auf, scheint aber am Mittag im Norden, und geht im Westen unter. Grad umgekehrt wie in der Schweiz.

10. Die chilenische Schokolade auszprobieren. Mmmmhh.


Adios. Ciao. Pez & Haasi

Chile Santiago - Pucón