27 Oktober 2008

¿Hier kommt uns alles "spanisch" vor?

Olà a todos

Die Irrtuemer-Liste sprengt hier in Chile in der ersten Woche schon den Rahmen.

Es beginnt am Flughafen in Santiago de Chile. Fuer umgerechnet 400 Schweizerfranken will Pez dem Bankomaten Pesos entlocken. 20000 Pesos gibt er ein. Eine halbes Vermoegen. Denkt er. In der Hand 2 10000-Noten ueberlegt er, wie er so grosse Noten wieder los wird. Und rechnet nochmal nach. Ups, das sind ja nur umgerechnet 40 Schweizerfranken. Und die erste Note wird er schon beim Taxi-Chauffeur los. Beim naechsten Mal beziehen wir 200000 Pesos. Und fuehlen uns wie Millionaere.

Im Hotel gehts weiter. Wir fuehlen uns noch immer wie Millionaere. In Kanada sind 10 - 15 % Trinkgeld Pflicht. In Chile werden Trinkgelder von 50 Rappen gern gesehen. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und unser Kellner jetzt ein reicher Mann.

Was heisst Toilette auf Spanisch¿ Auch der Sprachfuehrer ist ratlos. Nach langem Suchen werden wir fuendig. In einer sogenannten Kaffeebar fuer Maenner. Wo die Serviertochter den Rock etwas hoeher traegt. Haasi verschwindet ruckzuck auf dem WC. Waehrend Pez sich den Zucker von der Dame in den Kaffee schuetten laesst. Uebrigens: Pez trinkt seinen Kaffee sonst nie mit Zucker¿

Busfahren ist ein Kinderspiel. Denkt man. Wenn man nicht die falsche Sitznummer besetzt. 6 ist auch hier in Chile nicht 9. Und wenn man puenktlich ist wie ein Schweizer Uhrwerk. Eine Minute nach. Dann ist der Bus weg. Dafuer haelt er nach 100 Meter schon wieder.

Letzte Woche gings auf die erste Trekking-Tour. 4 Tage abseits jeglicher Zivilsation. Die Rucksaecke vollgestopft mit Zelt, Kocher, Kleider, Schlafsaecken, Matten... Und Essen. Und hier kommts. Am ersten Abend werfen wir unseren sorgsam errichteten Plan ueber den Haufen. Und essen schon die ganze Ration Schokolade. Auch die Guezli muessen schon am zweiten Tag daran glauben. Ab jetzt gibts nur noch Suppe und Porridge. Bis am letzten Tag uns 2 Schweizerinnen mit Schokolade aushelfen. Auch die Campingchefin bekommt ein Reiheli. Verzieht aber die Mundecken. Und fragt nach Vino Tinto¿

Heisst das Wandern Trekking, weil man so richtig tre(c)kkig wird¿ Die zweite Nacht, windgeschuetzt hinter einer Sandbank, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Es knirscht nicht nur zwischen den Zaehnen.

Sagt Haasi ihren Namen "Haas" heisst es: Ah, Palta Hass. Mmmhhh. Die teuersten Avocados sorgen immer wieder fuer Lacher¿

Recuerdos a todos y hasta luego (Baby)
Los Pezos (unterwegs im Land von Los Zorros, Los Carreta, Los ...)
Pez y Haasi

19 Oktober 2008

Goodbye Canada - Vamos a Patagonia

Schneespur

Kananaskis Country


Dieser Titel passt zu unseren letzten Wochen hier in Canada. Mit Chappe und Handschuhen waren wir bei -11 Grad unterwegs. In den Bergen wars noch frostiger. Es war fast wie in der Schweiz auf den Skitouren. Einfach ohne Skis. Und dass hier sogar Pez grausam an seine Finger fror. Was er in der Schweiz selten tat. Mit unseren Wanderschuhen stapften wir durch den trockenen, lockeren kanadischen Pulverschnee. Unsere Schuhe blieben trocken. Im Gegensatz zu unseren Pullovern. Auf den Summits genossen wir die herrliche Aussicht auf die grandiose Bergwelt der Rocky Mountains. Brrr. Eiskalt bliess uns jedesmal der Wind um die Ohren. Unsere selbst gebastelten Sandwiches assen wir darum lieber im Schutz eines Felses weiter unten.

Im Schnee sahen wir ploetzlich hunderte von Spuren. Von Woelfen, Rehen, Squirrles, Huehnern, Hasen und und und. Auch Baerentatzen waren darunter. Mit langen Krallen. Ein Baer machte einmal sogar ein paar Stunden vor uns die gleiche Wanderung auf den fast 3000 Meter hohen Mount Allen. Baeren gibts hier also doch. Die Kanadier haben uns keinen aufgebunden.

In Kanada gibts unendlich viel Wald. Und irgendwann endet jeder Bergweg im Wald. Manchmal sogar wortwoertlich. Und Wald ist hier Urwald mit Baeumen kreuz und quer und Wildbaechen. Finde da mal wieder raus.

Jetzt sind wir in Calgary. Die Velokoffer haben wir im Cargo abgegeben. Unsere Bikes sind in ein paar Tagen schon zu Hause. Mit viel kanadischem Dreck dazu.

Wir aber fliegen weiter nach Santiago de Chile in Suedamerika. Ohne Velos. Nur mit Rucksack und Wanderschuhen. Und kurzen Hosen. Wer weiss, vielleicht koennen wir unsere behaarten Beine doch noch einmal sonnen. Doch nicht lange, und weiter gehts Richtung Sueden. In Europa ist es im Sueden waermer als im Norden. In Chile ist es umgekehrt. Wir reisen wieder in die Kaelte. An den untersten Zipfel von Suedamerika. Nach Patagonien. Der starke Wind wird uns auf unseren Trekkingtouren durch die Wildnis begleiten. Im Zelt schlafen, auf dem Benzinkocher kochen, einen ueberdimensionlen Rucksack umherschleppen. Estupendo!

Uebrigens. Das Spanischwoerterbuch haben wir jeden Abend unters Kopfkissen gelegt. Si, claro...

Hasta luego. Bis bald. Los Pezos

07 Oktober 2008

Die 10 besten Irrtuemer in Kanada

1. Denken, wenn Kanadier in Flippflopps und kurzen Hosen herumlaufen, es sei warm

2. Denken, dass der Zentralverriegelungsknopf aller Tueren am Auto nur funktioniert, wenn der Autoschluessel ausserhalb der Fahrerkabine ist

3. Denken, wenn man sich beim Office ueber verkackte Scheissen beschwert, sie seien dann am naechsten Tag gereinigt

4. Denken, die Campingbaustelle mit 5 Loechern und 10 Arbeitern sei in einem Tag erledigt

5. Denken, Punkt Nr. 2 kann beim Camperaufbau nicht passieren

6. Denken, wenn das Holz schon beim Spalten spritzt, das Feuer brenne irgendwann

7. Denken, weil es hier so viele Schweizer Touristen hat, es sei eine tolle Idee, sich als Schwede zu tarnen und auf die Frage nach dem genauen Wohnort mit Helsinki zu antworten

8. Denken, wenn man ein Plakat von der Swiss Night mit Jodel-Duo Renggli Jules und Bieri Ruedi sieht, es sei die Reklame fuer das Jodelkonzert im Finsterwald

9. Denken, man koenne mit leeren Gasflaschen 40 km ins Hinterland fahren und die Lebensmittel bleiben im gasbetriebenen Kuehl- und Gefrierfach weiterhin gekuehlt (Fressparty)

10. Denken, man muesse wie zuhause im Bikepark immer zuerst die schwarzen Routen ausprobieren (Wandern in Bikeschuhen...)


Greetings from snowy and crazy canada
Pez und Haasi

04 Oktober 2008

Schaere, Stei, Papier

News: 287 Fotos online

Schaere, Stei, Papier. Glueck fuer mich. Mein Papier umschliesst den Stein von Pez. Aber das ist ja nichts Neues. Pez entscheidet sich naemlich immer zuerst fuer den Stein.

Stoehnend windet sich Pez aus der warmen Decke. Und stuerzt sich blitzschnell in die eiskalten Kleider. Brrrr. Das Termometer im Camper zeigt knapp ueber null Grad an. Pez sieht seinen eigenen Atem. Und spuert die Bitterkaelte darum nicht nur.

Kappe auf die in alle Richtungen stehenden Haare. Wegen der Kaelte. Straehlen ist zwecklos. Und dann kocht er als Erstes das Wasser fuer den Morgenkaffee. Aber der Kaffee ist eher zweitrangig. Erstrangig ist das Aufheizen unseres Campers. Bald kann ich mich auch unter der warmen Decke hervorwagen. Zum Glueck gewinne ich fast jeden Morgen das Schaere, Stei, Papier-Spiel. Pez nimmt nie die Schaere. Seine Haare locken sich schon weit ueber den Ohren. Und mit seinem Bart ist er hier bei den Kanadiern voll im Trend.

Vor 10 Jahren haben wir es das erste Mal gemacht. Auf Rhodos. In den Unterhosen fotografieren wir in aller Hergottfruehe den Sonnaufgang von der Hotelterrasse aus. Unsere Zimmertuere schnappt zu. Schaere, Stei, Papier hilft uns da schon weiter. Und Pez holt den Schluessel in der Hotellobby. In den Unterhosen. Und sehr zum Vergnuegen der Angestellten.

Hier in Canada haben wir uns schon zweimal ausgeschlossen. Zum Glueck nie nur in den Unterhosen. Bei der Schweinekaelte. Wie wir das immer wieder fertigbringen, ist eine andere Geschichte. Die den Rahmen sprengen wuerde. Das erste Mal bricht Pez die Camper-Tuere mit seinem heissgeliebten Beil auf. Wir sind geschockt, wie einfach das geht. Schwieriger ist jetzt leider das Vertuschen der Einbruchspuren. Und das Beil erfuellt wieder seinen Zweck beim abendlichen Holzspalten.

Das zweite Mal ist die Fahrerkabine unseres Trucks geschlossen. Und der Schluessel im Auto. Jetzt hilft auch kein Beil weiter. Da muss der Einbruchprofi her. Und er kommt auch eine Stunde spaeter. In ein paar Sekunden ist unser Auto wieder offen. Woher wir kommen, fragt er. Aus der Schweiz. Ah, erwidert er erfreut, I'm from albania... (kein Witz!!!).

Die Bikes haben wir noch nicht eingewintert. Aber eingefroren sind sie schon ein paar Mal. Auf langen Wanderungen erkunden wir das wilde Canada zurzeit lieber zu Fuss. Am Liebsten vertikal. Wegen Knieschmerzen von Pez und Schnoggi-Tempo von mir kaufen wir beide Walkingstoecke. Und wandern seither schmerzfrei. Und viel vitaler und schneller. Nur mit dem staendigen Schnaeddern der Stockenten happert es noch gewaltig.

Auf unseren ausgedehnten Wanderungen lernen wir die verschiedensten Leute kennen. Deutsche Radler auf dem Weg von Alaska nach Vancouver. Die bei Monsterwanderungen Ruhetage einlegen. Kanadische Wanderer in kurzen Hosen und Hemden. Bei Saukaelte. Schweizer mit Mammut-Ausruestung. Von Ruswil. Und und und.

Canada ist uebrigens nicht nur das Outdoor-Paradies. Es ist auch das Paradies fuer alle Shopping-Freaks. Jeden Tag sind die Monster-Supermaerkte offen bis 11 pm. Gewisse Ketten haben sogar 24 Stunden geoeffnet. Das ganze Jahr. Ausser an Weihnachten. Zum Glueck bremst das Preisniveau unsere Shopping-Lust. Und der Einkaufszettel ist meistens unser Frust.

Fotos haben wir bis jetzt 287! Ab heute sind alle auf unserem Blogg. Darauf ist unsere bisherige Reise in Canada zu sehen. Und auch die Bartstoppeln von Pez. Die Bilder sprechen Worte. Und erzaehlen fuer uns aus unserem Reisetagebuch.

Kanada Jasper und Norden



Kanada Westen und Vancouver Island



Kanada Sueden und Yoho Nationalpark


Wir freuen uns immer wieder auf eure Blogg-Eintraege aus allen Ecken der Schweiz. Bis bald. Gruss Haasi und Pez