29 August 2008

Wilder Norden

Hello

Wilder Norden in Kanada. Erster Schnee. Eisige Kaelte. Einsame Campingplaetze. Ohne Duschen. Dafuer mit Plumsklos. Ohne Baeren. Darum viele Eichhoernchen. Kein Radio- und Natelempfang. Am Abend die Haende ueber dem waermenden Feuer. Auf dem Rost das Abendessen. Rauch. Geraeucherte Kleider. Feuergeschmack ueberall.

Wilde Fluesse und Baeche. Nicht eingezwaengt in Bachbette. Darum mit vielen kleinen Inseln. Wunderschoene Bergseen. Blauer als blau. Fast kitschig. Aber echt. Die Mineralien im See reflektieren das blaue Lichtspektrum. Karge Berge. Die Gipfel weiss angezuckert. Eisige Gletscher. Blaues Eis. Kalte Winde.

Neue Wanderschuhe schon ordentlich eingelaufen. Mit Chappe und Handschuhen unterwegs. Bike lange nicht aus der Velokoffer befreit. Viel zu kalt zum Biken.

Kanada in Kurzfassung.

Vielen Dank fuer die treuen Kommentare. Wir freuen uns immer wieder auf News oder Geschichten aus dem flachen oder bergigen Napfland.

Erste Fotos vom Transrockies und Kanada.

Transrockies Lospezos




Kanada Banff und Jasper


Los Pezos

18 August 2008

Los Pezos im Baerenland

Trans Rockies - Abenteuer pur

Morgen frueh. 5.30 Uhr. Tagwache. Temperatur 0 bis 5 Grad Maximum. Morgenessen mit Faserpelz und Langlaufmuetze. Handschuhe haben wir leider keine mit dabei. Im Fress- oder Esszelt raucht nicht nur das Wurstbuffet. Unser Atem koennen wir bei diesen Temperaturen um den Gefrierpunkt sehen. Butter und Honig sind bockhart. Mit Bikern aus 27 verschiedenen Laendern essen wir scrambled eggs, Wuerste, Pancakes mit Ahornsirup und Hamburger vom Vorabend. Mmmhhhh.

7.45 Uhr. Startaufstellung. Die warmen Kleider in den Taschen verpackt. Wir fast nackt. Temperatur hoechstens 1 Grad waermer.

7.50 Uhr. Die Anspannung steigt. Das letzte Mal die Schuhschnallen anziehen. Computer nullen. Ein Schluck aus der Flasche. Erster Druck auf der Blase.

7.55 Uhr. Song Highway to hell. Lautstark aus dem Lautsprecher. Gegner beobachten und einschaetzen. Haben sie grosse Augenringe?

8.00 Uhr. Startschuss zum 300-Meter-Sprint! Koennte man als Zuschauer meinen.

8.10 Uhr. Erste Ermuedung von Haasi. Und erste (von noch vielen folgenden...) Pinkelpausen von Pez!!!

8.30 Uhr. Erster Schneefall. Warme Jacke natuerlich in der Tasche auf dem Weg zum Zielort.

9.00 Uhr. Erste Flussdurchquerung (kein Bach!!!!). Haasi und Pez mit dem Bike auf dem Ruecken. Haasi leider nur bis zur Flussmitte. Das Wasser bis zum Hals. Oder Bauch. Pez schon wieder an Land. Die Stroemung reisst. Haasi schreit. Bike ins Wasser. Oder Haasi ins Wasser. Oder beide ins Wasser? Pez wieder zurueck ins Wasser. Und wieder mit dem Bike von Haasi aus dem Wasser. Schlussendlich auch Haasi wieder an Land. Wir wussten nicht, dass man am Trans Rockies auch schwimmen muss... Filmschau nach dem Abendessen. Gleiches Zenario. Aber zum Glueck mit anderen Darstellern.

9.15 Uhr. Triathlon am Trans Rockies. Die Schwimmstrecke haben wir hinter uns. Jetzt kommt die Laufstrecke. Und Biketragestrecke. Ueber Stock und Stein. Meistens fast ueberhaengend. We love hiking. Oder doch lieber biking. Unsere Schuhe sehen schon nach ein paar Tagen aus, als ob sie der Baer in der Schnorre gehabt haette. Obwohl, Baeren haben wir noch keine gesehen...

9.30 Uhr. Wandertrail wird immer steiler. Haasi bekommt langsam Hoehenangst. Pez rackert sich mit 2 Bikes ab. Oben 50 Teams. Unten 250 Teams. Wir mittendrin. Und ploetzlich Chaos. Die Fueherenden kommen uns ueber den Schotterabhang zu Fuss entgegengeschlittert. It's the wrong way!!! Die Langsameren freuts. Und biegen vor allen Schnelleren rechts in den richtigen Singletrail ab. Die Zeit der Koenigsetappe am 2. Tag wird deshalb nicht gewertet.

10.00 Uhr. Schlammloecher. Singletrail durch Urwald. Schlamm bis zu den Knien. Kein Problem. Der naechste Fluss folgt sobald.

10.30. Erste flache Highway-Strecke. Pez gibt Gas. Und Haasi laesst hintendrein nicht mehr los. Kommt von da der Name lass Pez nicht los?

11.00 Uhr. Wir ueberholen die irren Iren. Haasi schnauft wie ein Ross. Und der Ire fragt sie (ebenfalls schnaufend) tell me about Switzerland? Bes ruig und fahr wiiter.

11.30 Uhr. Schon wieder tschaggen. Alle. Auch die schnellen Italiener. Gesponsert von Olympia-Sport. Aber wohl nicht von Husi.

12.00 Uhr. 4 Stunden im Rennen. Und schon 20 Kilometer geschafft, juhuiii!

12.30 Uhr. Die Fluesse fliessen noch immer. Unser Schweiss auch. 35 Grad. Das Wasser ist inzwischen Erfrischung pur und Kneipp-Kur dazu.

13.00 Uhr. Die nicht enden wollenenden groben Singletrails sind fuer den ganzen Koerper eine Tortour. Im von den Kanadiern heiss geliebten Rockgarden mit kopfgrossen Steinen laufen wir unseren Bikes wegen lieber. Am Abend sprechen alle nur vom Rockgarden. Haasi ist ehrlich und outet sich als Angsthase. Doch als sie unsere Zeit sehen, machen sie grosse Augen. Du laeufst ja schneller als wir fahren, hi, hi.

13.30 Uhr. Landschaft und Berge wunderschoen. Singletrail immer noch nicht fertig. Erste Teams buessen fuer ihr hohes Anfangstempo. Auch das nichts Neues.

14.00 Uhr. Meistens schon fast im Ziel. Ausser am 3. Tag. Beim Time Trail. Ein Zeitfahren ueber 48 Kilometer und 1600 Hoehenmeter auf groebstem Singletrail. Ist kein Witz. Los Pezos startet um 14.12 Uhr. Eine Minute hinter dem in der Gesamtwertung vor uns rangierte Team. Peep peep peep. Wie beim Skirennen. Und los gehts. Pez Vollgas voraus. Haasi hintendrein. Verwinkelt gehts durch die Waelder. Sehr ausgesetzt an einem Canyon entlang. Nicht alle Hollaender finden das lustig. Zu unserem Glueck. Uebrigens, der Bruder von Bart Brentjens, Clas Brentjens, faehrt auch mit.

14.30 Uhr. Ziel erreicht. Keine Baeren gesehen. Nur einmal fast. Aber beim genauen Hinschauen waren es dann doch Kuehe.

17.00 Uhr. Duschen im Truck. Bikewash. Regidrink. Taschenschleppen. Zelt suchen. Schlafsack trocknen. Dehnen. Hamburger essen. Cola drinken. Noch ein Hamburger essen. Smalltalk mit Gegnern. Small, weil alle Englisch sprechen. Telefonieren ist nicht moeglich. Zeltstadt steht mitten in der Wildniss. Weit weg von jeglicher Zivilisation.

18.00 Uhr. Faserpelz wieder montieren. Kappe anziehen. Nachtessen mit Kartoffeln, Fleisch (bei den Kanadiern nicht wegzudenken) und Salat. Kein Dessert!!!

20.00 Uhr. Siegerehrung ohne Los Pezos. Zweimal haarscharf daneben. Fotos und Film vom Tag. Los Pezos viel mit dabei. Meistens von hinten abgebildet. Fuer interessierte Sponsoren auch mit laengeren Namen: Da waere noch viel Platz vorhanden. Siehe Fotos vom Rennen unter www.danhudson.ca

21.00 Uhr. Pez im Pyjama und Haasi im Faserpelz in den nigelnagelneuen Daunenschlafaecken. Diese Investition hat sich gelohnt.

22.30 Uhr. Pez chraggelt muehsam aus dem warmen Schlafsack. Pinkelpause...

05.30 Uhr. Erneute Tagwache.............


3 x 7 = 21
21 Bike- und Rennvelorennen haben wir bestanden. Good job... So wurden wir am Trans Rockies 100 mal angefeuert. Well done. Wir sind stolz und freuen uns auf unsere Ferien. Wir koennten noch so viel erzaehlen. Ueber neue Freunde aus New Zealand, Polen (ein Pole glich Stuecku aufs Haar), Rumaenien, Holland, Suedafrika, Australien oder Irland. Aus Deutschland haben wir am Trans Rockies nur einen kennengelernt. Er ist vor Jahren nach Hong Kong ausgewandert.

4 x 7 = 28 Ideen schwirren schon wieder in unseren Koepfen herum. Trans Sardinia, Trans Carpatia, Crocodile Trophy, La Ruta in Costa Rica oder ein woechiges Bikerennen in New Zealand vom Meer in die Berge. Wir kriegen einfach nie genug.

Uebrigens. 3 Monate hat uns unser treuer VW-Bus Max durch Europa begleitet. Aber Max wollte nicht nach Hause. Und streikte. Und verlor Wasser und Oel. Und weilt zurzeit noch in den Ferien beim Automech in Scuol. Aber auch hier in Kanada sind wir nicht von Pannen verschont. Auf dem Transfer von Calgary zum Startort des Trans Rockies genossen wir mehrere Stunden auf dem Seitenstreifen des Highways. Zusammen mit den Italienern. Den spaeteren ueberlegenen Gesamtsiegern.

Trotz Todesangst immer noch kein Grizzly gesehen. Es gruessen herzlich Los Pezos.
Pez, der angeschossene Grizzly auf dem Baenkli und Haasi, der Angsthase

04 August 2008

Sascha und Guido mit E-Power am Bike-Transalp

Naturns. Zielankunft der fünften Etappe. Es ist Nachmittag. Die Sonne brennt vom Himmel. Und Los Pezos ist live mit dabei. Für einmal „nur“ als Zuschauer!



Die Schnellsten rasen ins Ziel. Unter dem Blitzhagel der Fotografen. Die Fotografen verziehen sich schon bald nach den gelungenen Fotos von ihren Stars. Der Speaker hat dafür jetzt alle Hände voll zu tun. Er begrüsst jedes der über 500 Teams. Und freut sich mit ihnen über die gelungene Leistung! Mit Armlingen und Beinlingen ausgerüstet flitzen die Transalper ins Ziel. Ein paar sogar mit Gore-Tex-Jacken. Und das bei dieser Affenhitze. Ob es wohl auf 3000 Meter über Meer kälter war als hier unten in Naturns? Bravo E-Power! Sascha und Guido rollen schon bald über die Ziellinie. Jetzt sind nur noch drei Etappen zu bewältigen. Und dann leider ihre Ferien schon zu Ende. E-Power hat noch viel Power!

Darum lassen wir am nächsten Morgen Steckdose und Verlängerungskabel im Bus und machen uns in aller Hergottsfrühe auf die Socken. Besser gesagt auf die Naturnser Alm. Eine Stunde sind wir zu früh da. Der Leader Karl Platt ist halt auch nur ein Mensch! Doch wir sind nicht alleine auf der Alm. Das Rescue-Team auf den Motorrädern ist auch schon da. Und sie fragen uns, warum wir nicht mitmachen. Wir seien doch das Trans Germany gefahren. Wir staunen nicht schlecht, denn ihren Dienst haben wir am Trans Germany zum Glück nie in Anspruch nehmen müssen.

Zum Zeitvertreib erzählt das Bike-Team Schauergeschichten vom Trans Rockies. Vom zuständigen Mann des Zielaufbaus. Wie er immer in der Pampa draussen das Ziel aufbauen muss. Und von den Bären gejagt werde. Wie auch die Teilnehmer des Trans Rockies gejagt werden. Und ein Teilnehmer sich einmal vier Stunden tot stellen musste. Oder von einer Teilnehmerin. Die dummerweise auf der Flucht von Bären auf einen Baum geklettert sei. Braunbären klettern nämlich wie die Affen. Und die Grizzlys schütteln den Baum so lange, bis das Opfer runterfällt. Was in ihrem Fall der Fall war.

Später warten wir mit einigen Bekannten vom Trans Germany gespannt auf die Biker. Und sie kommen. Karl Platt allen voran. An seinem Hinterrad beissen sich sein Teampartner und noch ein paar Gegner mit Tunnelblick fest. Wir sehen viele bekannte Gesichter. Mittendrin hätten wir darum fast Sascha verpasst. Mit einem Grinsen ruft er uns zu. Und fährt locker den steilen Anstieg hoch. Wir hätten ihm wohl noch ein paar Steine in den Rucksack packen sollen!


Sascha war zu schnell, nur noch von hinten


Und dann kommt Guido. Und wir feuern ihn an, was wir können. Und was wir bei Sascha verpasst haben. Auch Guido hat noch Power und genügend Schnauf, uns weiterhin schöne Ferien zu wünschen!

Guido im Windschatten


Wir gratulieren dem E-Power-Team Sascha und Guido zu ihrer tollen Leistung. Und natürlich gute Erholung. Wir sehen uns wieder im Winter. Auf den schmalen Latten! Und ob ihr es glaubt oder nicht, einmal Finisher, immer wieder Finisher. Etappenrennen machen süchtig!

Meran

Schon wieder ist eine Woche vergangen...

Wir haben unsere Sachen nach einer weiteren Woche in Meran eingepackt und reisten zurück in die Schweiz. Lospezos genossen noch viele Biketouren mit Bäbu, Käthy und Monika. Unteranderem bezwangen wir gemeinsam das Eisjöchel. Eine Tour, die man als Biker einfach einmal gemacht haben muss. Und nicht mehr so schnell vergisst. Auf dem Rückweg besuchten wir noch La Kuka Prögu und Käthy in Radolfzell am Megathlon. Es freute uns sehr, mit ihnen den megastarken 5. Schlussrang zu feiern. Bilder dazu im Fotoalbum.

Megathlon Käthi und Prögu


Am Mittwoch fliegen wir dann zu den Bären nach Kanada juhui.



bis bald lospezos