Telefonischer Zwischenbericht von Haasi und Pez
Oberammergau. Startort zur diesjährigen Tour Transalp. Die letzten Ratschläge trafen ein. Gut verpflegen, nicht zu viel essen, sonst heisst der Ort noch Oberjammergau und das wäre oberjammerschade. Leider zu spät meinte Pez. Schon vollgefr....(Wort wird nicht ausgeschrieben, da anstössige Internet-Inhalte gemeldet werden müssen!).
Am Sonntag fiel dann der Startschuss, 1. Etappe, von Oberammergau nach Sölden, 140 km 2453 Höhenmeter. Sonne. Zuerst neutralisiert, das heisst der vorausfahrende Motorradfahrer musste sehen, dass er nicht unter die Veloräder kam. Dann wurde das Tempo auf Autogeschwindigkeit erhöht...Richtung Hahntennjoch (bereits im Regen und kalt). Im Gegensatz zu den Mountainbikern sind die Rennvelofahrer sehr musikalisch, spielen die Handorgel gekonnt. Das Feld zieht sich auseinander und zusammen, sodass man entweder bremsen oder mit voller Kraft treten muss, aber niemals absteigen darf (bei den Mountainbikern steigt man ab, wenn das Feld "blockt" und meistens steht an dieser steilen Stelle auch noch ein Fotograf, der das Tun im Internet veröffentlicht!).
Dann die erste Steigung, 16 %! Der 27. Gang des Mountainbike fehlte. Trotzdem, Haasi und Pez kamen hoch. In der Abfahrt waren sie dann wieder in Form, überholten ohne Kraftanstregung alle jene, die sie kurz vorher im Aufstieg mit roten Köpfen und schnaufend überholt hatten. Hui, die Abfahrten im Regen...Action pur.
2. Etappe. Sölden-Brixen. 124 km 3093 Höhenmeter, 2 Mega-Pässe (Timmelsjoch und Jaufenpass). Es regnete (seit gestern) unaufhörlich. Die Pässe waren wolkenverhangen und Los Pezos waren dann froh um den Ratschlag von Bäbu. Genug essen. Bei diesen regnerischen und kalten Verhältnissen hatten alle gut Verpflegten ganz klar Vorteile gegenüber den dünnen, schlotternden "Mägerli's". In Brixen überraschten Hedy und Res im Ziel Pez und Haasi mit ihrem Besuch. Und sie profitierten dann auch gleich von Hedys und Res letztjähriger Gigathlon-Erfahrung. Sie versorgten Pez und Haasi mit Tranksame und Esswaren und lebten die sportliche Euphori mit und waren auch am nächsten Tag in St. Vigil wieder im Zielgelände.
3. Etappe. Brixen-St. Vigil, 90 km, 2909 Höhenmeter. Würzjoch, 1400 Höhenmeter am Stück, dann zum Furkelpass mit bis zu 19 % Steigung. Der kleinste Gang kann nichts dafür, dass er so gross ist. Für was gibt es eigentlich den Wellenbock (Seilwinde)? Wohl zu steil, das Seil würde reissen!
Im Ziel dann wieder das Treffen mit Hedy und Res und ein gemütlicher Abend. Herzlichen Dank für den Besuch!
4. Etappe. Eigentlich hätte es die Etappe von Haasi und Pez werden sollen. Aber in diesem grossen Fahrerpulk, oft durch enge Gassen und Strassen, verliert man sich bei diesen hohen Tempi rasch aus den Augen. Haasi wartete am Pass-Anfang auf Pez (sie hatte mitbekommen, dass es weiter hinten einen Sturz gab) während Pez Haasi auf den Pass nachspurten wollte. Als man sich schliesslich wieder fand, war der Aerger auf der anstrengenden Schlussstrecke rasch abreagiert. Zeit war verloren gegangen. Wer auf die Spitze mehr als 45 Minten verliert muss mit Gegenverkehr rechnen. Die Strasse wird wieder freigegeben. Und so hatten Haasi und Pez Gegenverkehr. Das war natürlich Pech, besonders in den Abfahrten, wo Autos viel zu langsam fahren. Hier könnten Pez und Haasi andere überholen, was am Berg (rauf) schon schwieriger ist.
im Fahrerpulk ...irgendwo sind Haasi und Pez
Zwei Mountainbiker in der Welt der Rennvelofahrer. Beim TransGermany schliefen Pez und Haasi immer im Biker-Camp. Am Transalp übernachten sie zwar auch im Camp, aber ... einmal stand schon eine Pension zu Verfügung und einmal gab es das Frühstück sogar in einem Hotel. Heute Abend gibts "Ochs am Spiess". Und trotzdem sind sie froh, dass es noch den rennvelofahrenden Bergführer gibt. So dreht sich die Unterhaltung um Berge, Hügel, Sonne, Regen, Schnee, Landschaft und weniger um die Klassierung, verlorene Sekunden und Minuten. Mit ihm haben es Pez und Haasi so richtig gemütlich. Er ist zwar ein rennvelofahrender "Mountain Guides", er könnte ebenso gut ein rennvelofahrender Mountainbiker sein, wie Haasi und Pez meinen. Er lebt in ihrer (unserer!) Welt.
geschrieben von Bäbu
http://www.tourtransalp.de/

4 Kommentare:
Wow, cooler Bericht! Weiterhin toi toi toi am Rennen! Käthy
Samstagmorgen, strömender Regen in Sursee... Mein erster Gedanke: Hat Los Pezos wohl mehr Wetterglück? Ich bin überzeugt, dass die beiden den letzten Renntag mit Bravour meistern werden. Hut ab, eine Woche mit dem Renner über Berge zu radeln. Ich war diese Woche nur zweimal auf dem Velo. Am Mittwoch bezwang ich Susten, Grimsel, Furka und gestern Klausen, Pragel. Das fand ich schon recht schweisstreibend... Bei der Tafel "Achtung 18% Steigung" am Pragel dachte ich sofort an Pez und Haasi mit den 19%, und das während eines Rennens in Renntempo! Mega steil... Ich überlegte am nächsten Brunnen zweimal, ob ich das Bidon wirklich mit Wasser füllen soll oder ob ich damit warten soll bis zur nächsten Abfahrt :-))) Bis bald in Merano. Käthy.
Samstag, 12. Juli 2008, 15.00 Uhr...
Ich blättere die vorläufige Rangliste durch ... Rang 10, 15, 20, 30, 40, 50, 60 ... und finde Los Pezos nirgends...Schrecksekunden...Herzklopfen...Sturz...nein, das kann nicht sein...so wie ich sie kenne, können sie doch gar nicht stürzen...ich blättere langsam zurück...sie sind wirklich nirgends...und dann, wow...das darf nicht wahr sein...ich finde sie auf dem 5. Rang, herausgefahren auf 153 km mit einem Schnitt von knapp 40 km. Vor solchen Top-Leistungen muss man das nächste Mal vorwarnen! Herzliche Gratulation zu diesem 5. Rang (für mich ist das die verdiente Krönung einer erfolgreichen Tour!)) und für die Gesamtklassierung in den Top-fifteen. Für einmal heisst es nicht "dîe letzten kriechen ins Ziel", sondern "die ersten flogen ins Ziel". Beim nächsten Joggen ziehe ich das "Los Pezos-Shirt" mit der Aufschrift "Bäbu" an. Das machen alle Fans so Alles Gute.
Ganz, ganz toll, was ihr da geleistet habt. Die letzte Etappe
stand wohl unter dem Motto wehe wenn sie losgelassen, ich konnte es fast nicht glauben, aber wir freuen uns mit euch und das wieder zuhause im Entlebuch. das regnerische Wetter hat unsre Ferien etwas verkürzt, aber es ist schön wieder daheim zu sein, nach tollen , erlebnisreichen Tagen.Wir gratulieren euch ganz herzlich und wünschen e schöne Räschte. Hedy und Res
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