19 Juli 2008

Schon wieder ist eine Woche vergangen.

Viele Haasen in Oesterreich


Haasen gibts in Oesterreich wie Sand am Meer. Auf jedem zweiten Lastwagen prangt der Name Haas. Im Dorf heisst der Schuhverkäufer Haas. Und auf der Startliste vom Bike Transalp sind alle mit Namen Haas Oesterreicher. Auch Bäbu und ich waren Oesterreicher. Für einen Tag. Am Gardasee Bike-Festival anfangs Mai. Auf der Startnummer stand der Name Haas. Und die Nationalität darunter natürlich Oesterreich. Meine Vorfahren waren sicher Oesterreicher. Und ich esse darum so gerne Knödel. Für einen Schweizer nicht alltäglich. Und für die Oesterreicher darum eine kleine Sensation.


Schon wieder ist eine Woche vergangen. So beginnen die Texte von Pez (hi, hi). Stinklangweilig. Trotzdem trifft dieser Satz den Nagel auf den Kopf. Also brauche ich ihn halt auch. Sehr zum Vergnügen von Pez.


Stubaital. Natürlich in Oesterreich. Ein Geheimtipp für Naturliebhaber und Bergler. Sanftes grünes Tal. Rauschene eiskalte Bergbäche. Dunkelgrüne Wälder. Schroffe Felsformationen. Schneeweiss funkelnde Gletscher. Frische (vorallem in der Nacht) klare Luft. Bauernmärt. Daneben Billa Einkaufszentrum. Und hunderte von Wanderwegen. Hier im Stubaital erholten wir uns vom Transalpcamp. Und genossen die feudable Matratze im Bus noch viel mehr als sonst. Noch besser als auf der Matratze erholten wir uns aber auf Plausch-Biketouren in den Bergen. Und vielen vielen Jausen in den zahlreichen Berghütten.

Schlicktal


Morgen verabschieden wir uns vom Stubaital. Und fahren Richtung Meran. Wo wir für zwei Wochen in Lana zuhause sind. Am Mittwoch werden wir in Naturns das Bike-Transalp hautnah mitverfolgen. Für einmal als Zuschauer. Am Donnerstag Morgen in aller Hergottsfrühe fahren wir mit dem Bike, ausgerüstet mit Steckdose und Verlängerungskabel, auf die Naturnser Alm, wo wir das E-Power-Team Sascha und Guido den Berg hochpeitschen. Und die Steckdose anschliessen, sobald ihnen der Pfus ausgeht.


Am Samstag treffen wir die Oesterreicher. Äh, ich meine die Familie Haas. Käthy, Bäbu und Mum machen für ein paar Tage Ferien in Meran. Zusammen werden wir sicher spannende Biketouren unter die Räder (und auch mal Schuhe, hi, hi) nehmen. Das Eisjöchl ist bekannt für seine halsbrecherische Abfahrt.


Schon bald sind die ersten drei Monate vorbei. Ups. Jetzt brauche ich diesen Satz schon wieder, hi, hi. Ledrosee am Gardasee, Trans Germany, Wolfgangsee, Presseggersee in Kärnten, Dolomiten, Tour Transalp. Viel haben wir erlebt. Auch hier im Stubaital genossen wir jeden Tag. Oesterreich hat mir sehr gut gefallen. Als Haas Pflicht. Doch auch Pez ist hell begeistert. Sind seine Wurzeln etwa auch in Oesterreich? Ist gut möglich, auf jeden Fall fährt er Ski wie ein Oesterreicher, hi, hi!
Pinnistal


Am 6. August fliegen wir nach Kanada. Dort steht am 10. August der nächste Höhepunkt auf dem Programm. Das wöchige Bikerennen Trans Rockies. Das heisst Schlafen im Zelt, vor hungrigen Grizzlys flüchten, wilde Bäche mit dem Bike auf dem Rücken überqueren, Schlangenfrass am Abend (war letztes Jahr leider so). Trans Rockies heisst aber auch Singletrails bis zum Abwinken, steinige Bachbette, stahlblaue Seen, grüne Wälder, schroffe Felsen. Und sehr wenig deutschsprachige Europäer.

Wir sind gespannt und freuen uns schon heute mächtig. Gruss Los Pezos

14 Juli 2008

Tour Transalp 2008

Wir haben es geschafft. Wie Bäbu bereits eindrücklich beschrieben hat, war es gar nicht so einfach. Gömmeler und dann noch Deutsche sind manchmal ganz komisch. Es ist wirklich wahr. Unsere besten Kontakte und Gespräche hatten wir mit zwei Bergler aus Italien oder zwei Mountainbiker aus Oesterreich. Der Bergführer aus Italien startete doch tatsächlich mit einem Kletterhelm. Aber damit wahnsinnig schnell.
Die weiteren Etappen sind schnell erzählt. Es ging noch über einige Pässe. Immer wieder kämpften wir etwa mit den gleichen Mixed Teams. Verloren haben wir uns nicht mehr. Wir hatten in Oberammergau extra ein neues Bikeshirt in weiss gekauft. Leider sah es noch einer Etappe aus, als hätten wir sieben Ketten geflickt oder mehrere Platten behoben. Vielleicht liegt es daran, dass wir meistens zu faul waren, unsere Räder zu putzen….Aber immer wieder gut für Ausreden bei einer schlechten Zeit.

In der zweitletzten Etappe lief das Höhenprofil am Schluss nur noch flach aus. In der Abfahrt schlossen wir uns mit dem Team Adidas zusammen. Zwei grosse kräftige Fahrer, die wie wir gute Roller waren. Im Ziel bedankten wir uns, wie es sich gehört, bei den beiden. Sofort kam ein Reporter angelaufen und wollte ein interview mit uns. Da wir die Cape Epic Shirts anhatten (Sponsor Adidas) dachte er, wir wären auch gesponsert. Nachdem wir es ihm erklärt hatten, wollte er den Schreibblock eigentlich wieder einpacken. Liess es dann aber sein und stellte ein paar belanglose Fragen. Übrigens die beiden vom Adidas Team gewannen den Preis des schwersten Teams. Auf dem Podest erklärte er, was für Vorteile ein grosser und schwerer Fahrer für die Sponsoren hat. Viel mehr Werbefläche als bei den üblichen Hungerhaken. Auch fahren sie nicht so schnell, dass man den Schriftzug nicht lesen kann. Also Lospezos hat noch Platz.
Vor der letzten Etappe hatten wir (hauptsächlich Pez) etwas Angst. 154km flach an die Adria. Und das mit 1000 anderen Gömmelern in der Gruppe, ojeoje. Trotzdem beschloss Haasi zu attackieren. Sie zog ihr Attackshirt an und wühlte sich in der Gruppe nach vorne. Ich musste nur hinter ihr bleiben, und sie nicht verlieren. Gar nicht so einfach bei Tempo 40 bis 50 kmh. Nach Kurven und Kehren kam es immer wieder zu kleinen harten Sprints. Zum Glück gelang es uns, immer vorne in der Gruppe zu fahren. Hier kam es entgegen in den hinteren Reihen zu weniger Stürzen. Da die Führungsfahrer wohl das Gefühl hatten, nichts trinken zu müssen, fuhren sie an der Verpflegung einfach vorbei. Lospezos natürlich auch. Die letzten 40 km ohne Getränk. Das war hart. Ich hatte die ganze Woche die Haare an den Beinen nicht rasiert. Da dies gemäss Bäbu grosse Luftverwirbelungen auslöst und bremst, beschloss ich 15 km vor dem Ziel dies noch nachzuholen. Ich wählte dafür nicht die Methode Wachs, sondern Asphalt. Leider lässt das Resultat zu wünschen übrig. Die oberste Hautschicht ist an der Wade und A.. zwar weg. Aber die Haare stehen mir heute noch aus der Kruste heraus. An eine Rasur ist im Moment auch nicht zu denken!!! Siehe Bild am Ende des Berichtes. Haasi bekam die ganze Enthaarungsaktion gar nicht mit und startete ihren Schlusssprint. Nur mit viel Mühe schaffte ich es, den Anschluss an die Gruppe wieder herzustellen. 10m vor der Ziellinie schloss ich zu Haasi auf, welche entfesselt auf den 5. Etappenrang sprintete. Total zufrieden genossen wir noch das obligate Bad im Meer und die Finisherparty am Strand.

Als härteste Etappe stellte sich aber die achtstündige Fahrt mit dem Car zurück nach Oberammergau heraus. Auch das haben wir aber nun überstanden. 7 Tage im Camp, welches je mehr man in den Süden kam, immer schlechter wurde. Von Pensionen in Sölden mit Doppelzimmer und Dusche bis zum knapp mit einer Blache überdecktem Tennisplatz war alles vorzufinden. Um unsere Wunden und Wehwehchen auszukurieren, haben wir hier in Oberammergau eine Nacht in der Pension verbracht. Erst morgen starten wir mit unserem Bus auf weitere Abenteuerfahrt.

Wir freuen uns bereits auf neue Taten und Touren mit dem Bike.

bis bald lospezos


09 Juli 2008

TOUR Transalp - Zwei Mountainbiker in der Welt der Rennvelofahrer

Mittwoch 9. Juli 2008
Telefonischer Zwischenbericht von Haasi und Pez

Oberammergau. Startort zur diesjährigen Tour Transalp. Die letzten Ratschläge trafen ein. Gut verpflegen, nicht zu viel essen, sonst heisst der Ort noch Oberjammergau und das wäre oberjammerschade. Leider zu spät meinte Pez. Schon vollgefr....(Wort wird nicht ausgeschrieben, da anstössige Internet-Inhalte gemeldet werden müssen!).

Am Sonntag fiel dann der Startschuss, 1. Etappe, von Oberammergau nach Sölden, 140 km 2453 Höhenmeter. Sonne. Zuerst neutralisiert, das heisst der vorausfahrende Motorradfahrer musste sehen, dass er nicht unter die Veloräder kam. Dann wurde das Tempo auf Autogeschwindigkeit erhöht...Richtung Hahntennjoch (bereits im Regen und kalt). Im Gegensatz zu den Mountainbikern sind die Rennvelofahrer sehr musikalisch, spielen die Handorgel gekonnt. Das Feld zieht sich auseinander und zusammen, sodass man entweder bremsen oder mit voller Kraft treten muss, aber niemals absteigen darf (bei den Mountainbikern steigt man ab, wenn das Feld "blockt" und meistens steht an dieser steilen Stelle auch noch ein Fotograf, der das Tun im Internet veröffentlicht!).

Dann die erste Steigung, 16 %! Der 27. Gang des Mountainbike fehlte. Trotzdem, Haasi und Pez kamen hoch. In der Abfahrt waren sie dann wieder in Form, überholten ohne Kraftanstregung alle jene, die sie kurz vorher im Aufstieg mit roten Köpfen und schnaufend überholt hatten. Hui, die Abfahrten im Regen...Action pur.

2. Etappe. Sölden-Brixen. 124 km 3093 Höhenmeter, 2 Mega-Pässe (Timmelsjoch und Jaufenpass). Es regnete (seit gestern) unaufhörlich. Die Pässe waren wolkenverhangen und Los Pezos waren dann froh um den Ratschlag von Bäbu. Genug essen. Bei diesen regnerischen und kalten Verhältnissen hatten alle gut Verpflegten ganz klar Vorteile gegenüber den dünnen, schlotternden "Mägerli's". In Brixen überraschten Hedy und Res im Ziel Pez und Haasi mit ihrem Besuch. Und sie profitierten dann auch gleich von Hedys und Res letztjähriger Gigathlon-Erfahrung. Sie versorgten Pez und Haasi mit Tranksame und Esswaren und lebten die sportliche Euphori mit und waren auch am nächsten Tag in St. Vigil wieder im Zielgelände.

3. Etappe. Brixen-St. Vigil, 90 km, 2909 Höhenmeter. Würzjoch, 1400 Höhenmeter am Stück, dann zum Furkelpass mit bis zu 19 % Steigung. Der kleinste Gang kann nichts dafür, dass er so gross ist. Für was gibt es eigentlich den Wellenbock (Seilwinde)? Wohl zu steil, das Seil würde reissen!

Im Ziel dann wieder das Treffen mit Hedy und Res und ein gemütlicher Abend. Herzlichen Dank für den Besuch!

4. Etappe. Eigentlich hätte es die Etappe von Haasi und Pez werden sollen. Aber in diesem grossen Fahrerpulk, oft durch enge Gassen und Strassen, verliert man sich bei diesen hohen Tempi rasch aus den Augen. Haasi wartete am Pass-Anfang auf Pez (sie hatte mitbekommen, dass es weiter hinten einen Sturz gab) während Pez Haasi auf den Pass nachspurten wollte. Als man sich schliesslich wieder fand, war der Aerger auf der anstrengenden Schlussstrecke rasch abreagiert. Zeit war verloren gegangen. Wer auf die Spitze mehr als 45 Minten verliert muss mit Gegenverkehr rechnen. Die Strasse wird wieder freigegeben. Und so hatten Haasi und Pez Gegenverkehr. Das war natürlich Pech, besonders in den Abfahrten, wo Autos viel zu langsam fahren. Hier könnten Pez und Haasi andere überholen, was am Berg (rauf) schon schwieriger ist.




im Fahrerpulk ...irgendwo sind Haasi und Pez




Zwei Mountainbiker in der Welt der Rennvelofahrer. Beim TransGermany schliefen Pez und Haasi immer im Biker-Camp. Am Transalp übernachten sie zwar auch im Camp, aber ... einmal stand schon eine Pension zu Verfügung und einmal gab es das Frühstück sogar in einem Hotel. Heute Abend gibts "Ochs am Spiess". Und trotzdem sind sie froh, dass es noch den rennvelofahrenden Bergführer gibt. So dreht sich die Unterhaltung um Berge, Hügel, Sonne, Regen, Schnee, Landschaft und weniger um die Klassierung, verlorene Sekunden und Minuten. Mit ihm haben es Pez und Haasi so richtig gemütlich. Er ist zwar ein rennvelofahrender "Mountain Guides", er könnte ebenso gut ein rennvelofahrender Mountainbiker sein, wie Haasi und Pez meinen. Er lebt in ihrer (unserer!) Welt.

geschrieben von Bäbu


http://www.tourtransalp.de/

05 Juli 2008

Schnelle Schildkröten in den Dolomiten

Buz (Buzz ausgesprochen) bedeutet in der Inkasprache „schnelle Schildkröte“. Das haben wir gestern beim DVD-Kino-Abend auf unserem Laptop lachend bemerkt. Das Wort Buuz gibt’s nämlich auch im Wortschatz von Los Pezos. Als interner Uebername der Uebernamen Pez und Haasi. Den „u“ betonen wir nur etwas länger als die Inkas. Halt wie waschechte Entlebucher. Heisst „Buuz“ in Entlebucher-Düütsch darum „langsame Schildkröte“?

Aber wie sieht eigentlich der Alltag von den „langsamen Schildkröten“ aus? Am Morgen werden wir von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt und geweckt. Der Bus verwandelt sich innert kurzer Zeit in eine Sauna. Mit dem Pyjama in der Sauna? So bleibt nur die Flucht nach draussen. Am Ledrosee habe ich auch schon kältere Zeiten erlebt. Und auch hier in Oberammergau ist es frostig kalt. Die von Mum und Dad geschenkte Zebra-Decke leistet mir darum bis heute jede Nacht ihren treuen Dienst. Wie die Verkäuferin versicherte, ist die Decke in warmen und kalten Nächten toll!

Am Morgen sollst du essen wie ein Kaiser. Das nehmen wir wortwörtlich. Und geniessen das hiesige Brot mit Kümmel, Früchtemüesli, Kaffee und Tee. Beim Abwasch ist man als Frau Exotin in der Waschküche auf den Camping-Plätzen. In den Ferien ist das harte Männer-Arbeit. Ich wasche gerne in reiner Männer-Gesellschaft ab. Und überlasse Pez dafür den Veloputz. Beobachtet mit Adlersaugen von zahlreichen Hausfrauen.



Die Dolomiten beeindruckten uns auf unseren Biketouren. Auf dem bekannten Bindelweg genossen wir nonstopp das Panorama der Marmolada. Und zwischendurch natürlich auch einen feinen Apfelstrudel mit Kaffee.



Auf unserem Camping-Platz auf fast 1500 Meter über Meer war der Bär los. Fast alle Plätze waren besetzt. Viele Kletterer, Biker, Körbli-Velofahrer und pensionierte Neuseeländer verwandelten den einsamen Bergcamping in einen geschäftigen Ameisenhaufen. Unsere direkten Nachbarn mit Sohn Max unterhielten uns blendend. Max… Max… Maximilian! Ich hab jetzt dann die Faxen dicke!!! Nicht immer war die Ferienstimmung der Familie vis-à-vis in Hochform. Dafür die Faxen von unserem Bus Max dagegen heilig.



So auch auf der Fahrt nach Oberammergau. Zum Startort des Tour Transalp. Hier regnet es seit unserer Ankunft wie aus Kübeln. Unser Zelt ist noch immer absolut wasserdicht. Und darum war das Nachtessen noch viel gemütlicher im trockenen Zelt. Heute fiel sogar der Abwasch aus. Die dreckigen Töpfe und Teller stellten wir einfach nach draussen. Wo das Tiefdruckgebiet Marie (s’Marie) alles blitzblank wusch.

Unsere Bikes sind in Garmisch für eine Woche im Scott Bikeshop. Der Scott Mechaniker war fasziniert von unseren Simplon Razerblades. Und hing mein Rad schnurstraks an die Waage. Mit Satteltasche, Sattel-Sofa und Tubeless-Reifen wiegt das Bike 10.7 Kilo.

Die Rennvelos sind wieder einmal poliert und neu bereift. Und somit startklar für Sonntag. Wir sind frisch geschoren (Pez war das 1. Mal seiner Lebtage beim Coiffeur!) und die Beine sind glattrasiert. Somit haben wir das Wichtigste vorbereitet, hi, hi. Der Start am Sonntag muss darum wegen Los Pezos nicht noch eine Woche verschoben werden.

Bis bald. Gruss Los Pezos

weitere Fotos hier anklicken
Dolomiten