Ueber die Festtage kreierten wir einen Trainingsplan. Vom 21. bis am 29. Dezember 2007. Von 6.00 bis 24.00 Uhr. Und wir hielten uns auch bis fast am Schluss daran. Nur die letzten 2 Tage musste Pez passen. Die Grippe hatte ihn ins Bett gepackt. Oder vielleicht wars auch die Ueberanstrengung.
War schon streng. Unser Trainingsplan. Grüner Balken war für frei. Violett für Skitour. Rot für Langlauf. Und blau für familiäre oder kollegschaftliche Weihnachtsverpflichtungen wie Essen, Theater, Käfele oder Radquer Dagmersellen. Am Morgen früh aus den Federn. Und mit den Skis und Fellen auf den Brisen, den Arnihaagen oder den Schibengütsch. Am Abend Essen, Theater oder Kaffee und Kuchen da und dort. Wenn Langlauf auf dem Programm stand, wars regelrecht easy. Dann hatten wir nämlich frei von 6.00 Uhr bis 8.00 Uhr. Unter anderem standen noch Einkaufen, Gotte- und Grosselternbesuche auf dem Programm. Die hatten die Farbe orange. Das volle Programm machte Spass. Das Wetter war fast jeden Tag in den Bergen strahlend blau. Und wir genossen jede Minute im Schnee an der Sonne.
Mit Käti auf dem Arnihaagen bei Traumwetter.
Am Samstag vor Silvester ging’s auf nach Lermoos zu den Österreichern. Lermoos ist das kleinere Dorf neben Ehrwald in der Zugspitzarena. Obwohl, die Lermooser sagen, Ehrwald sei der Parkplatz von Lermoos. In Lermoos kann man Ski fahren, Winterwandern, Skitouren und natürlich auch Langlaufen. 100 Kilometer Langlaufloipen. Stimmt fast, wenn man alle Winterwanderwege mit dazu zählt. Am ersten Tag waren wir gespannt auf die Langlaufloipen. Doch die Freude war von kurzer Dauer. Auf unseren ersten paar Kilometer ruinierten Steine und Äste unsere Skis. Und plötzlich bremste eine plötzlich apere Asphaltstelle nicht nur die Skis von Pez von hundert auf null, sondern auch die Stimmung. Nein, Pez hatte genug vom Langlaufen und die Skis flogen im hohen Bogen in den raren Schnee. Um sie eine Minute später wieder zu holen und auf neue Kratzer zu untersuchen.
Am zweiten Tag fanden wir dann die richtigen Loipen mit viel Schnee im Heiterwanger Tal und auf den Pöller Köpfen. Und es schneite sogar über Nacht. Und so stapften wir dann halt durch den tiefen Pulverschnee. Die österreicher Pistenfahrzeuge waren eben halt nicht die schnellsten.
Jeden Abend genossen wir die deftige Tiroler Kost. Unser Koch meinte eines Abends, wir seien die ersten Schweizer, die seine Knödel gegessen haben. Und erst noch mit Nachschlag! Wir konnten vielfach wählen. Pommes, Kroketten, Reis oder Kartoffeln. Egal, für was wir uns entschieden. Wir hatten im Gegensatz zu unseren Tischnachbarn immer die ganze Palette auf dem Teller. Der Koch hörte wohl unsere Mägen bis in die Küche knurren.
Im Skigebiet genossen wir an einem Tag den Luxus eines Sessellifts. Und so ging’s bis am Mittag rauf und runter. Plötzlich war es uns dann aber verleidet. Aus eigener Kraft den Berg hochlaufen ist halt schon das Grösste. Am letzten Tag waren wir darum noch auf einer Skitour. Drei Stunden Laufzeit bis auf das Jöchel. Auf der ganzen Tour sahen wir keinen Menschen. Oben auf dem Jöchel staunten wir über die Karawanen, die nach uns auf das Jöchel kletterten.
Auf der Skipiste von Grubigstein ob Leermoos mit Blick auf Zugspitze und Moos mit Loipe.
Heute waren wir auf dem Füürstein. Vom Gründli aus. Mit dem Auto mussten wir dreimal Anlauf holen, bis wir endlich ohne Schneeketten den Stutz vor dem Gründli raufrutschten. Zum Glück mussten wir nicht dreimal Anlauf holen, um den Füürstein zu erklimmen. Und doch waren wir fast vier Stunden unterwegs. Mutterseelenallein. In tiefem, unberührten Pulverschnee. An Orten, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Und es war mega. Am Füürstein staunten wir wieder über die vielen Tourengänger. Vom Langis aus ist man halt schon echli schneller auf dem Gipfel. Die Abfahrt zur Glaubenberg-Passhöhe mit 20 cm Neuschnee auf einer tragenden Eisschicht war Creme. Jeepppeeeee!
Kein Mensch weit und breit bis zum Gipfelhang vom Fürstein. Da waren wir heute nicht die Ersten.
Mitte Januar. Schon bald ist es Mitte Mai. Und dann geht’s los. Los Pezos verabschiedet sich für 7 Monate. Und geht ans Trans Germany, Transalp und Trans Rockies. Und geniesst das Hobby-Profi-Leben. Trainieren, Essen, Schlafen… Bis bald…

1 Kommentar:
Wow, die Los Pezos Homepage zeigt sich von einer ganz neuen Seite. Das aufgepeppte Layout sieht genial aus. Kompliment!
Gruss
Käthy
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