12 Dezember 2008

4. Mehretappenrennen geschafft

Tagebuch vom Circuito grande
im Weltbiosphaerenreservat Torres del Paine



Tag 1
12.00 Uhr. Start. Endlich. Nach 4 Stunden Carfahrt in den Nationalpark. Und muehsamer doppelter Registration (Die Chilenen nehmen es auch gar genau). Wir laufen los. Zum Circuito Q. Der laengstmoeglichen Wanderung im Nationalpark Torres del Paine. Und zur Umrundung des Paine-Massivs. Im Gepaeck mit dabei, Essen fuer 12 Tage. Und alle, die wissen, wieviel wir essen, koennen sich unseren Lunchsack bildlich vorstellen.


Tag 2
Wetter immer noch traumhaft. Auf der Wanderung ins Valle del Frances kommt langsam aber sicher der Wunsch nach kurzen Hosen auf (fehlten natuerlich auf der Packliste fuer Patagonien!).


Tag 3
Camping ohne irgendwas. Das heisst Loecher graben (und fuellen). Und alle, die wissen, wieviel wir essen, koennen sich in etwa die Groesse des Loches vorstellen (Fehler Nummer 2 auf Packliste: Schaufel!).


Tag 4
Wetter nichts Neues. Immer noch stahlblau. Und heiss. Schweisstreibend. Langsam kommt unser Renninstinkt wieder zum Vorschein. Anderere Zweierteams werden ueberholt. Um den besten Platz beim naechsten Camp zu ergattern. Und vielleicht sogar in den Luxus eines wackeligen Tisches zu kommen.


Tag 5
Wir bleiben noch einen Tag laenger im gleichen Camp. Zum Nachtessen gibts schon das 3. Mal Polenta. Und weiss Gott nicht das letzte Mal. Dafuer am Fusse der beruehmten Felsnadeln Torres del Paine. Mit Sonnenuntergang zwischen den Felsen.


Tag 6
Wetter unheimlich. Noch immer schoen und heiss. Heute ist Waschtag. Die nicht gebrauchten Regenhosen werden unterdessen zu kurzen Hosen umfunktioniert. Wir werden heute von Muecken belaestigt (Fehler Nummer 3 auf Packliste: Anti-Brumm Forte).


Tag 7
Die heutige Etappe quert viele Fluesse und Sumpfgebiete. Leider ohne Bruecken. Andere Wanderer waschen unfreiwillig ihr ganzes Equipement in den reissenden Fluten. Was Elektronikartikel nicht vertragen. Wir geniessen die eiskalte Kneipp-Kur. An den Fuessen unsere treuen Crocs.


Tag 8
Einige Woelkchen trueben den blauen Himmel. Doch die Sonne scheint noch immer erbarmungslos. Regenschutz aber vorsichtshalber eine Schicht hoeher in den Rucksack gepackt. Camping vor dem grossen Pass (1200 Meter) geschlossen. Wie der Circuito eigentlich auch. Wegen Schnee. Aber das haelt uns nicht ab.


Tag 9
Wanderung laeuft heute super. Unser Terrain. Berge. Darum erwandern wir auch noch gerade den Tag 10. Beim Nachtessen halten wir uns aber zurueck. Und essen nur eine Portion Polenta (Gilt nicht fuer die Schokolade). Camping wunderschoen am See mit vorbeitreibenden Eisschollen. Toller Sonnenuntergang. Ohne Wolken. Ein australischer Chinese, inspiriert von der tollen Stimmung, springt mit Badehose von Eisscholle zu Eisscholle. Ein anderer Tourist (natuerlich ein Schweizer) fassungslos. Der holt sich bestimmt eine Erkaeltung.


Tag 10
Schnell erzaehlt, da gestern schon vorgewandert. Aber Wetter waere sicher auch schoen gewesen.


Tag 11
Regenschutz setzt langsam Staub an. Wie auch unser Zelt. Heute wandern wir aus dem Hinterland wieder zu den Touristenstroemen. Stundenlang bestaunen wir die anderen Trekker. Viele mit Gucchi-Brillen. Andere mit Stoffturnschuhen und Designer-Jeans. Wieder andere mit einem Zelt ohne Regenhuelle (Wir hoffen unterhaltungstechnisch mal auf einen Regentag).


Tag 12
Ein letztes Mal Polenta fuer die naechsten Wochen und Monate. Zur Abwechslung einmal ohne Kaese. Der ist uns naemlich ausgegangen (Zur Information: Polenta gabs nur jeden 2. Tag, neben Reis, Pasta und Stocki). Der letzte Tag ist koerperlich nicht mehr schwer. Dafuer seelisch umso mehr. Der Rucksack ist heute ohne Essen sehr leicht. Wir nehmen Abschied vom wunderbaren Nationalpark Torres del Paine.


Tag danach
Liebes Tagebuch, es regnet! Das passende Wetter zum Rueckschau halten. Und die tollen Eindruecke und Erlebnisse zu verarbeiten. Und wieder einmal in einem Restaurant etwas "Kaubares" zu essen. In einem afrikanischem Restaurant bestellt Haasi einen frischen Salat. Pez nimmt Poulet-Spiessli mit der typisch afrikanischen Beilage. Die er leider nicht versteht. Aber jetzt nie mehr vergisst. Es ist naemlich POLENTA! Wunsch an alle Zuhausegebliebenen: bitte keine afrikanischen Beilagen!


Heute in 9 Tagen
Liebes Tagebuch, wir schreiben von zuhause aus weiter... Hasta luego. los pezos Pez & Haasi
Torres del Paine

29 November 2008

Jetzt gehts um die letzten...

...Tage... Trekkingtouren... Bloggberichte... Und natuerlich Kommentare!


Morgen starten wir das zweiwoechige Trekking-Abenteuer Nationalpark Torres del Paine. Eingekauft haben wir schon. Unsere Rucksaecke platzen aus allen Naehten.


Noch in der Zivilisation sind wir heute auf professionellen Internet-Seiten von anderen Reisenden gesurft. Da wo "Kommentare" "Gaestebuch" heissen. Und Packlisten mehrere Seiten lang sind.


Leider fehlte bis heute auf unserem einfachen Blogg diese Packliste (Wie konnte das nur passieren?).


Wir uebernehmen keine Haftung fuer die Vollstaendigkeit des Bildes und der folgenden Pack-Liste:



4 Paar Unterhosen

Baumwolle, mehrjaehrig, Bremsspuren nicht mehr auswaschbar

Pyjama
Renngeschenk, Groesse XL (auch zum Bikewash geeignet)


Socken
Geruchlos: keine
Geschmacksrichtung Queso y Cebolla: alle anderen
Nach jedem Waschgang ein Socke weniger


T-Shirt Iron Bike Brittnau
Traegt jetzt ein frecher Argentinier (Angstellter einer Lavanderia)


Trekking-Hose Pez
Marke Patagonia, gekauft in Kanada


Jeans Haasi
Inzwischen eine Nummer kleiner, wohl beim Waschen eingegangen


Emergency-Poncho
Material Plastik, einmal offen: nie mehr einpackbar


Schlafsack
Komfortzone: 25 bis 7 Grad. Darum getunt mit blauer Flauschdecke: 2 x 1.60 m
(Blaue Fussel am Morgen ueberall)


Gummi-Iso-Matte
Farbe rosarot und hellgruen
Luftmatratze ausser Gefecht, Flickzeug zuhause


Muetze
Material Wolle, gehaeckelt, wurde am Trans Germany verlost


Wanderschuhe
Marke: Columbia (schon 10 Mal neu geleimt, ohne Erfolg)


Gewuerz
In Kanada gekauft: Salz, Pfeffer schwarz, Cayenne, Knoblauchsalz


Roter Faserpelz Iron-Bike-Race Einsiedeln
Merkmal: Brandloecher von Grillparty in Kanada


Reisefuehrer Chile
Kurzfristig ausgedruckt in Kanada, 150 A4-Seiten, nicht ganz reisetauglich

Tagebuch
Nicht schon vorgeschrieben. Sondern immer 5 Tage hintendrein. Im Bus geschrieben, unleserlich.


Und noch viel viel mehr...


Hasta luego. Los Pezos

Bariloche und Los Glaciares

24 November 2008

Interview mit Los Pezos

Wo befindet ihr euch?
In Patagonien. Genauer gesagt in El Chalten. Das ist das Trekkingmekka in Argentinien.

Wo ist Patagonien?
Am Besten zuendet ihr das Licht am Globus an und dreht ihn auf die andere Seite. Oder nehmt den verstaubten Weltatlas aus dem Buecherregal. Patagonien befindet sich am untersten Teil von Suedamerika. In Chile und Argentinien.

Was macht ihr in Patagonien?
Wir latschen in der Gegend herum. Mit schweren Rucksaecken auf dem Ruecken. Und Zelt. Neudeutsch wird die Latscherei auch Trekking genannt.

Wie sieht es in Patagonien aus?
Hier hat es alles. Doch schon hauptsaechlich Berge. Faszinierende Berge. Fitz Roy. Cerro Torre. Stolz und maechtig ragen ihre Felsnadeln hoch in der Luft. Sogar der Schnee kann sich kaum auf ihnen halten. Ueber ihnen kreisen mit grossem Fluegelschlag Kondore. Fitz Roy erklimmen nur die weltbesten Bergsteiger. Wir waren nicht ganz oben, hi, hi. Und bewunderten ihn von unten. Um die Berge herum gibts unendliche Gletscherriesen. Meterhohe blaue Eiswaende ragen in die eiskalten Seen. Gletscherwasser. Daneben grosse Schuttmoraenen. Dahinter weite Ebenen. Sogenannte Pampas. Mit windgepeitschten Baeumen oder doch mehr Bueschen.

Was esst ihr auf euren Trekking-Touren?
Wir kochen auf unserem Benzinkocher einfache Menues. Halt eben soviel, wie wir tragen koennen. Unser Favoritenmenue ist Polenta mit Kaese. Ungekocht leicht zu tragen, einfach, schnell gekocht, und nach dem Kochen ein grosser Schochen. Vorher gibts meistens eine heisse Suppe. Oder wir mischen die Suppe z.B. mit Reis. Gibt Tomatenreis. Carne de Soya ist auch ein guter Trick. Quillt beim Kochen. Und schmeckt ausgezeichnet. Dazu trinken wir Unmengen heissen Tee oder Kaffee. Dazu darf natuerlich Schokolade oder ein Guezli nicht fehlen.

Woher nehmt ihr das Wasser zum Kochen?
Abseits von der Zivilisation kann das Wasser aus den Fluessen getrunken werden. Es ist halt einfach Gletscherwasser. Eiskalt. Natuerlich gibt es einige Regeln einzuhalten. Waschen oder Abwaschen darf man nur mit einem Abstand von mindestens 30 Metern von der Trinkwasserquelle. Auch sein Geschaeft muss man noch weiter weg erledigen. In den Nationalparks gibts auch Toi tois. Ein Holzbrett mit einem Loch ueber einer Grube.

Wo schlaeft ihr?
In unserem 3-season-Zelt. Das jedoch die 4. Jahreszeit auch mit Bravour ueberlebt hat. Wie wir auch. Pez machen die Gezeiten nicht viel aus. Er kocht bei Sturm, Schnee und Regen warme Mahlzeiten. Und heissen Tee. Haasi verkriecht sich unterdessen lieber im Zelt unter der Emergency-Alu-Decke. Die Pez fuer das Bike-Transalp 2005 gekauft hat. Und bisher nie gebraucht hat. Doch jetzt ist der Notfall eingetreten...

Wie orientiert ihr euch?
Es ist nicht wie in der Schweiz. Hier gibts keine genauen 1:25000-Karten. Und auch keine Wegweiser. Am Besten gehen wir der Nase nach. Wir haben die gute Erfahrung gemacht, 2 verschiedene Karten zu kaufen. Auf der einten ist ein Weg eingezeichnet, auf der anderen nicht. Campingplaetze sind nie identisch. Meistens sind sie sowieso nicht da, wo sie auf beiden Karten eingezeichnet sind. Aber mit ein bisschen Fantasie finden wir immer einen Weg.

Wie reist ihr von Ort zu Ort?
Mit Bussen. Es ist immer wieder ein Abenteuer. Es ist also auch schon vorgekommen, dass ein anderer Fahrgast im vollbesetzten Bus dringend pinkeln musste. Und den Buschauffeur um einen Stopp bat. Der Bus hielt. Und 50 Leute schauten dem am Strassenrand pinkelnden Fahrgast zu. Danach ging die Fahrt weiter.
Von Bariloche nach El Chalten fuhren wir ueber die legendaere Routa 40. Das sind 2 Tage lang uebelste Schotterpiste. Es kam so wie es kommen musste. Unser Minibus hatte schon am 1. Tag 2 Pannen. Zuerst schlug ein Stein eine der riesigen Seitenscheiben ein. Mit Klebeband wurde alles wieder zusammengeklebt. Wenig spaeter, schon in der Daemmerung, lag der Dieseltank am Boden. Da nuetzte auch das Klebeband nichts mehr...

Wie sieht es mit der Kriminalitaet aus?
Wir haben einen Streetdog als Wachhund vor unserem Zelt angefuettert!

Wie sieht euer weiterer Reiseplan aus?
Wir haben einen groben Plan. Wir wollen ueber El Calafate zum Nationalpark Torres del Paine in Chile. Dort wandern wir wieder so um die 8 Tage. Am Schluss gehts dann nach Punta Arenas. Von dort fliegen wir wieder zurueck nach Hause. Wie und wann. Das steht noch alles in den Sternen. Wir schreiben unser Reisetagebuch halt noch Tag fuer Tag. Und nicht schon vor der Reise. Wie hier viele andere Touristen es tun. Die fuer jeden Tag ihre Hotels und Transfers schon im Voraus gebucht haben... Und fast verzweifeln, wenn einmal ein Bus nicht im Voraus gebucht werden kann.

Reichen 2 Monate in Patagonien?
Viele machen unsere Tour in 3 Wochen. Wir nehmen uns halt lieber "Zeit" fuer diese gewaltigen Naturspektakel. Und geniessen. Wer weiss, vielleicht kommen wir wieder...

Globy und Toby alias Pez und Haasi

03 November 2008

Die 10 originellsten Ideen in Chile

1. Einmal nicht von den besten Irrtuemern erzaehlen. Sondern von den originellsten Einfaellen.

2. Mit den Skis auf dem Ruecken den drittaktivsten Vulkan Villarrica besteigen. Aufstieg war schweisstreibend. Aussicht in den rauchenden Krater eindruecklich. Aussicht auf dem Gipfel uebers Land und Berge mega. Rauschende Abfahrt ueber die schneeweissen wunderschoenen Haenge der Hit. Die beste Fruehlingsskitour im November!

Hinz und Kunz will auf den Vulkan. Darum wimmelt es hier in Pucon von Adventure-Agenturen. Ausgestattet werden alle mit identischen Feuerwehrdressen. In den unmoeglichsten Neon-Farben. Eigentlich sind sie fuer das Abrutschen vom Gipfel gedacht. Werden aber von den Touristen schon vor dem Aufstieg montiert. Und seichnass nach 10 Minuten wieder ausgezogen. Nach 10 Minuten Aufstieg hocken auch die Ersten voellig erschoepft im Schnee. Und werden von einem der Guides zum Weitergehen motiviert. Ein Guide ist fuer 3 Leute zustaendig. Unser Guide war fast arbeitslos. Dafuer etwas fuer das weibliche Auge. Ist schon erstaunlich, dass die Agenturen mit den braungebranntesten Guides am Meisten Frauen auf den Gipfel schleppen. Pez fragt sich noch heute: Warum gibts keine Guideinnen?

Schritt fuer Schritt gings auf den Gipfel. Nach und nach ueberholten wir schnaufende Frauen von frueher losgezogenen Gruppen. So hatte auch Pez etwas fuer das Auge... Von unserer Gruppe schafften es frueher oder spaeter alle auf den Gipfel. Die totale Ausnahme, erzaehlen uns die Guides spaeter. Uebrigens: Die Guides sind ueber 150 Mal im Jahr auf dem Vulkan.

3. Beim wilden mehrtaegigen Campen die Steine markieren. Mit denen man die ganze Sauerei abdeckt. Sonst sucht sich der andere bestimmt den gleichen Stein aus.

4. Im Bus die vordersten Sitze reservieren. Ja nicht in der Naehe vom WC zuhinterst. Nach einer Stunde Fahrt riechen diese naemlich uebelst.

5. Nur mit Spickzettel auf die Toilette gehen. Auf dem steht: Papier immer von draussen mitnehmen. Und nachher ja nicht ins WC werfen. Und wenn das Papier trotzdem draussen bleibt, tut auch der Spickzettel seinen Dienst. Am Besten schreiben wir den Spickzettel das naechste Mal direkt auf WC-Papier.

6. Abseits vom Touristenrummel mit einheimischen Bussen mitfahren. Zusammen mit vielen chilenischen Landeiern. Die in Baracken wohnen. Und trotzdem top gestylt in den Bus steigen. Mit Baumwollsocken. In spitzen Schuhen mit kriminell hohen Absaetzen. Die Schuhe sind das A und O hier in Chile.

Am 1. November war der Bus voller Blumen. Und machte einen extra Umweg ueber den oertlichen Friedhof. Doch nicht alle reisten mit dem Bus dorthin. Viele Pferde waren an der Friedhofsmauer angebunden.

7. Auf Tipps von anderen Reisenden zu hoeren. Eine Schweizerin gab uns den top Tipp, mit den Skis auf den Vulkan zu wandern. Und nachher abseits vom Rummel runtersausen.

8. Es mit anderen Reisenden nicht zu vercheiben. Trifft man sie doch immer wieder...

9. Merken, dass hier die Nordhaenge "schweizer Suedhaenge" sind. Fuer nicht Outdoorer: Die Sonne geht zwar auch im Osten auf, scheint aber am Mittag im Norden, und geht im Westen unter. Grad umgekehrt wie in der Schweiz.

10. Die chilenische Schokolade auszprobieren. Mmmmhh.


Adios. Ciao. Pez & Haasi

Chile Santiago - Pucón

27 Oktober 2008

¿Hier kommt uns alles "spanisch" vor?

Olà a todos

Die Irrtuemer-Liste sprengt hier in Chile in der ersten Woche schon den Rahmen.

Es beginnt am Flughafen in Santiago de Chile. Fuer umgerechnet 400 Schweizerfranken will Pez dem Bankomaten Pesos entlocken. 20000 Pesos gibt er ein. Eine halbes Vermoegen. Denkt er. In der Hand 2 10000-Noten ueberlegt er, wie er so grosse Noten wieder los wird. Und rechnet nochmal nach. Ups, das sind ja nur umgerechnet 40 Schweizerfranken. Und die erste Note wird er schon beim Taxi-Chauffeur los. Beim naechsten Mal beziehen wir 200000 Pesos. Und fuehlen uns wie Millionaere.

Im Hotel gehts weiter. Wir fuehlen uns noch immer wie Millionaere. In Kanada sind 10 - 15 % Trinkgeld Pflicht. In Chile werden Trinkgelder von 50 Rappen gern gesehen. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und unser Kellner jetzt ein reicher Mann.

Was heisst Toilette auf Spanisch¿ Auch der Sprachfuehrer ist ratlos. Nach langem Suchen werden wir fuendig. In einer sogenannten Kaffeebar fuer Maenner. Wo die Serviertochter den Rock etwas hoeher traegt. Haasi verschwindet ruckzuck auf dem WC. Waehrend Pez sich den Zucker von der Dame in den Kaffee schuetten laesst. Uebrigens: Pez trinkt seinen Kaffee sonst nie mit Zucker¿

Busfahren ist ein Kinderspiel. Denkt man. Wenn man nicht die falsche Sitznummer besetzt. 6 ist auch hier in Chile nicht 9. Und wenn man puenktlich ist wie ein Schweizer Uhrwerk. Eine Minute nach. Dann ist der Bus weg. Dafuer haelt er nach 100 Meter schon wieder.

Letzte Woche gings auf die erste Trekking-Tour. 4 Tage abseits jeglicher Zivilsation. Die Rucksaecke vollgestopft mit Zelt, Kocher, Kleider, Schlafsaecken, Matten... Und Essen. Und hier kommts. Am ersten Abend werfen wir unseren sorgsam errichteten Plan ueber den Haufen. Und essen schon die ganze Ration Schokolade. Auch die Guezli muessen schon am zweiten Tag daran glauben. Ab jetzt gibts nur noch Suppe und Porridge. Bis am letzten Tag uns 2 Schweizerinnen mit Schokolade aushelfen. Auch die Campingchefin bekommt ein Reiheli. Verzieht aber die Mundecken. Und fragt nach Vino Tinto¿

Heisst das Wandern Trekking, weil man so richtig tre(c)kkig wird¿ Die zweite Nacht, windgeschuetzt hinter einer Sandbank, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Es knirscht nicht nur zwischen den Zaehnen.

Sagt Haasi ihren Namen "Haas" heisst es: Ah, Palta Hass. Mmmhhh. Die teuersten Avocados sorgen immer wieder fuer Lacher¿

Recuerdos a todos y hasta luego (Baby)
Los Pezos (unterwegs im Land von Los Zorros, Los Carreta, Los ...)
Pez y Haasi

19 Oktober 2008

Goodbye Canada - Vamos a Patagonia

Schneespur

Kananaskis Country


Dieser Titel passt zu unseren letzten Wochen hier in Canada. Mit Chappe und Handschuhen waren wir bei -11 Grad unterwegs. In den Bergen wars noch frostiger. Es war fast wie in der Schweiz auf den Skitouren. Einfach ohne Skis. Und dass hier sogar Pez grausam an seine Finger fror. Was er in der Schweiz selten tat. Mit unseren Wanderschuhen stapften wir durch den trockenen, lockeren kanadischen Pulverschnee. Unsere Schuhe blieben trocken. Im Gegensatz zu unseren Pullovern. Auf den Summits genossen wir die herrliche Aussicht auf die grandiose Bergwelt der Rocky Mountains. Brrr. Eiskalt bliess uns jedesmal der Wind um die Ohren. Unsere selbst gebastelten Sandwiches assen wir darum lieber im Schutz eines Felses weiter unten.

Im Schnee sahen wir ploetzlich hunderte von Spuren. Von Woelfen, Rehen, Squirrles, Huehnern, Hasen und und und. Auch Baerentatzen waren darunter. Mit langen Krallen. Ein Baer machte einmal sogar ein paar Stunden vor uns die gleiche Wanderung auf den fast 3000 Meter hohen Mount Allen. Baeren gibts hier also doch. Die Kanadier haben uns keinen aufgebunden.

In Kanada gibts unendlich viel Wald. Und irgendwann endet jeder Bergweg im Wald. Manchmal sogar wortwoertlich. Und Wald ist hier Urwald mit Baeumen kreuz und quer und Wildbaechen. Finde da mal wieder raus.

Jetzt sind wir in Calgary. Die Velokoffer haben wir im Cargo abgegeben. Unsere Bikes sind in ein paar Tagen schon zu Hause. Mit viel kanadischem Dreck dazu.

Wir aber fliegen weiter nach Santiago de Chile in Suedamerika. Ohne Velos. Nur mit Rucksack und Wanderschuhen. Und kurzen Hosen. Wer weiss, vielleicht koennen wir unsere behaarten Beine doch noch einmal sonnen. Doch nicht lange, und weiter gehts Richtung Sueden. In Europa ist es im Sueden waermer als im Norden. In Chile ist es umgekehrt. Wir reisen wieder in die Kaelte. An den untersten Zipfel von Suedamerika. Nach Patagonien. Der starke Wind wird uns auf unseren Trekkingtouren durch die Wildnis begleiten. Im Zelt schlafen, auf dem Benzinkocher kochen, einen ueberdimensionlen Rucksack umherschleppen. Estupendo!

Uebrigens. Das Spanischwoerterbuch haben wir jeden Abend unters Kopfkissen gelegt. Si, claro...

Hasta luego. Bis bald. Los Pezos

07 Oktober 2008

Die 10 besten Irrtuemer in Kanada

1. Denken, wenn Kanadier in Flippflopps und kurzen Hosen herumlaufen, es sei warm

2. Denken, dass der Zentralverriegelungsknopf aller Tueren am Auto nur funktioniert, wenn der Autoschluessel ausserhalb der Fahrerkabine ist

3. Denken, wenn man sich beim Office ueber verkackte Scheissen beschwert, sie seien dann am naechsten Tag gereinigt

4. Denken, die Campingbaustelle mit 5 Loechern und 10 Arbeitern sei in einem Tag erledigt

5. Denken, Punkt Nr. 2 kann beim Camperaufbau nicht passieren

6. Denken, wenn das Holz schon beim Spalten spritzt, das Feuer brenne irgendwann

7. Denken, weil es hier so viele Schweizer Touristen hat, es sei eine tolle Idee, sich als Schwede zu tarnen und auf die Frage nach dem genauen Wohnort mit Helsinki zu antworten

8. Denken, wenn man ein Plakat von der Swiss Night mit Jodel-Duo Renggli Jules und Bieri Ruedi sieht, es sei die Reklame fuer das Jodelkonzert im Finsterwald

9. Denken, man koenne mit leeren Gasflaschen 40 km ins Hinterland fahren und die Lebensmittel bleiben im gasbetriebenen Kuehl- und Gefrierfach weiterhin gekuehlt (Fressparty)

10. Denken, man muesse wie zuhause im Bikepark immer zuerst die schwarzen Routen ausprobieren (Wandern in Bikeschuhen...)


Greetings from snowy and crazy canada
Pez und Haasi

04 Oktober 2008

Schaere, Stei, Papier

News: 287 Fotos online

Schaere, Stei, Papier. Glueck fuer mich. Mein Papier umschliesst den Stein von Pez. Aber das ist ja nichts Neues. Pez entscheidet sich naemlich immer zuerst fuer den Stein.

Stoehnend windet sich Pez aus der warmen Decke. Und stuerzt sich blitzschnell in die eiskalten Kleider. Brrrr. Das Termometer im Camper zeigt knapp ueber null Grad an. Pez sieht seinen eigenen Atem. Und spuert die Bitterkaelte darum nicht nur.

Kappe auf die in alle Richtungen stehenden Haare. Wegen der Kaelte. Straehlen ist zwecklos. Und dann kocht er als Erstes das Wasser fuer den Morgenkaffee. Aber der Kaffee ist eher zweitrangig. Erstrangig ist das Aufheizen unseres Campers. Bald kann ich mich auch unter der warmen Decke hervorwagen. Zum Glueck gewinne ich fast jeden Morgen das Schaere, Stei, Papier-Spiel. Pez nimmt nie die Schaere. Seine Haare locken sich schon weit ueber den Ohren. Und mit seinem Bart ist er hier bei den Kanadiern voll im Trend.

Vor 10 Jahren haben wir es das erste Mal gemacht. Auf Rhodos. In den Unterhosen fotografieren wir in aller Hergottfruehe den Sonnaufgang von der Hotelterrasse aus. Unsere Zimmertuere schnappt zu. Schaere, Stei, Papier hilft uns da schon weiter. Und Pez holt den Schluessel in der Hotellobby. In den Unterhosen. Und sehr zum Vergnuegen der Angestellten.

Hier in Canada haben wir uns schon zweimal ausgeschlossen. Zum Glueck nie nur in den Unterhosen. Bei der Schweinekaelte. Wie wir das immer wieder fertigbringen, ist eine andere Geschichte. Die den Rahmen sprengen wuerde. Das erste Mal bricht Pez die Camper-Tuere mit seinem heissgeliebten Beil auf. Wir sind geschockt, wie einfach das geht. Schwieriger ist jetzt leider das Vertuschen der Einbruchspuren. Und das Beil erfuellt wieder seinen Zweck beim abendlichen Holzspalten.

Das zweite Mal ist die Fahrerkabine unseres Trucks geschlossen. Und der Schluessel im Auto. Jetzt hilft auch kein Beil weiter. Da muss der Einbruchprofi her. Und er kommt auch eine Stunde spaeter. In ein paar Sekunden ist unser Auto wieder offen. Woher wir kommen, fragt er. Aus der Schweiz. Ah, erwidert er erfreut, I'm from albania... (kein Witz!!!).

Die Bikes haben wir noch nicht eingewintert. Aber eingefroren sind sie schon ein paar Mal. Auf langen Wanderungen erkunden wir das wilde Canada zurzeit lieber zu Fuss. Am Liebsten vertikal. Wegen Knieschmerzen von Pez und Schnoggi-Tempo von mir kaufen wir beide Walkingstoecke. Und wandern seither schmerzfrei. Und viel vitaler und schneller. Nur mit dem staendigen Schnaeddern der Stockenten happert es noch gewaltig.

Auf unseren ausgedehnten Wanderungen lernen wir die verschiedensten Leute kennen. Deutsche Radler auf dem Weg von Alaska nach Vancouver. Die bei Monsterwanderungen Ruhetage einlegen. Kanadische Wanderer in kurzen Hosen und Hemden. Bei Saukaelte. Schweizer mit Mammut-Ausruestung. Von Ruswil. Und und und.

Canada ist uebrigens nicht nur das Outdoor-Paradies. Es ist auch das Paradies fuer alle Shopping-Freaks. Jeden Tag sind die Monster-Supermaerkte offen bis 11 pm. Gewisse Ketten haben sogar 24 Stunden geoeffnet. Das ganze Jahr. Ausser an Weihnachten. Zum Glueck bremst das Preisniveau unsere Shopping-Lust. Und der Einkaufszettel ist meistens unser Frust.

Fotos haben wir bis jetzt 287! Ab heute sind alle auf unserem Blogg. Darauf ist unsere bisherige Reise in Canada zu sehen. Und auch die Bartstoppeln von Pez. Die Bilder sprechen Worte. Und erzaehlen fuer uns aus unserem Reisetagebuch.

Kanada Jasper und Norden



Kanada Westen und Vancouver Island



Kanada Sueden und Yoho Nationalpark


Wir freuen uns immer wieder auf eure Blogg-Eintraege aus allen Ecken der Schweiz. Bis bald. Gruss Haasi und Pez

22 September 2008

News

Nun ist es geschehen. Fernab von Europa.

Wir haben... 2 Baeren gesehen...

Also. Wir gebens zu. Es waren Baerenkinder. Klein und haerzig. Ueberhaupt nicht gross und gefuerchig. Und wir im sicheren Auto.

Die Kanadier haben uns also doch keinen aufgebunden. Beweise fuer dieses Ereignis haben wir leider keine. Vor lauter Aufregung haben wir den Fotoapparat nicht gefunden. Oder ehrlich gesagt. Sie waren wohl doch etwas zu weit weg. Und auf dem Apparat auch mit dem groessten Zoom nicht erkennbar.

In Kanada ist alles etwas anders. Im Regenwald strahlt die Sonne den ganzen Tag vom stahlblauen Himmel. Und in der Wueste tropft der Regen auf unsere Skikappen.

Bikerouten haben hier Namen wie anal intruder oder the tortour never ends. Bruecken, Schanzen und Gigampfi geben den Trails noch das gewisse Etwas. Obwohl, die geraden Bruecken ohne Unterbrechung ja auch langweilig waeren.

Einmal auf der Bruecke oben, ist absteigen ohne Schmerzen nicht mehr moeglich. Die Kanadier finden das cool. Auch Pez findet Gefallen an diesen Folterinstrumenten. Das Gigampfi ist sein Faforit. Meiner wars vor 30 Jahren. Aber ohne Velo.

Die Schanzen werden waehrend eines Trails immer groesser. Die 1. kommt Pez zu schnell. Die 2. ist schon groesser. Und bei der 3. fasst Pez den Entschluss, die naechste Schanze zu nehmen. Erschwischt dann aber die 5. und Groesste. Kopf voran im Supermanstil. Landung leider auf dem Vorderrad. Und ein kunstvoller Salto. Abzug in der B-Note wegen nicht ganz perfekter Standstellung.

Es gruessen aus Kanada. Pez und Haasi

29 August 2008

Wilder Norden

Hello

Wilder Norden in Kanada. Erster Schnee. Eisige Kaelte. Einsame Campingplaetze. Ohne Duschen. Dafuer mit Plumsklos. Ohne Baeren. Darum viele Eichhoernchen. Kein Radio- und Natelempfang. Am Abend die Haende ueber dem waermenden Feuer. Auf dem Rost das Abendessen. Rauch. Geraeucherte Kleider. Feuergeschmack ueberall.

Wilde Fluesse und Baeche. Nicht eingezwaengt in Bachbette. Darum mit vielen kleinen Inseln. Wunderschoene Bergseen. Blauer als blau. Fast kitschig. Aber echt. Die Mineralien im See reflektieren das blaue Lichtspektrum. Karge Berge. Die Gipfel weiss angezuckert. Eisige Gletscher. Blaues Eis. Kalte Winde.

Neue Wanderschuhe schon ordentlich eingelaufen. Mit Chappe und Handschuhen unterwegs. Bike lange nicht aus der Velokoffer befreit. Viel zu kalt zum Biken.

Kanada in Kurzfassung.

Vielen Dank fuer die treuen Kommentare. Wir freuen uns immer wieder auf News oder Geschichten aus dem flachen oder bergigen Napfland.

Erste Fotos vom Transrockies und Kanada.

Transrockies Lospezos




Kanada Banff und Jasper


Los Pezos

18 August 2008

Los Pezos im Baerenland

Trans Rockies - Abenteuer pur

Morgen frueh. 5.30 Uhr. Tagwache. Temperatur 0 bis 5 Grad Maximum. Morgenessen mit Faserpelz und Langlaufmuetze. Handschuhe haben wir leider keine mit dabei. Im Fress- oder Esszelt raucht nicht nur das Wurstbuffet. Unser Atem koennen wir bei diesen Temperaturen um den Gefrierpunkt sehen. Butter und Honig sind bockhart. Mit Bikern aus 27 verschiedenen Laendern essen wir scrambled eggs, Wuerste, Pancakes mit Ahornsirup und Hamburger vom Vorabend. Mmmhhhh.

7.45 Uhr. Startaufstellung. Die warmen Kleider in den Taschen verpackt. Wir fast nackt. Temperatur hoechstens 1 Grad waermer.

7.50 Uhr. Die Anspannung steigt. Das letzte Mal die Schuhschnallen anziehen. Computer nullen. Ein Schluck aus der Flasche. Erster Druck auf der Blase.

7.55 Uhr. Song Highway to hell. Lautstark aus dem Lautsprecher. Gegner beobachten und einschaetzen. Haben sie grosse Augenringe?

8.00 Uhr. Startschuss zum 300-Meter-Sprint! Koennte man als Zuschauer meinen.

8.10 Uhr. Erste Ermuedung von Haasi. Und erste (von noch vielen folgenden...) Pinkelpausen von Pez!!!

8.30 Uhr. Erster Schneefall. Warme Jacke natuerlich in der Tasche auf dem Weg zum Zielort.

9.00 Uhr. Erste Flussdurchquerung (kein Bach!!!!). Haasi und Pez mit dem Bike auf dem Ruecken. Haasi leider nur bis zur Flussmitte. Das Wasser bis zum Hals. Oder Bauch. Pez schon wieder an Land. Die Stroemung reisst. Haasi schreit. Bike ins Wasser. Oder Haasi ins Wasser. Oder beide ins Wasser? Pez wieder zurueck ins Wasser. Und wieder mit dem Bike von Haasi aus dem Wasser. Schlussendlich auch Haasi wieder an Land. Wir wussten nicht, dass man am Trans Rockies auch schwimmen muss... Filmschau nach dem Abendessen. Gleiches Zenario. Aber zum Glueck mit anderen Darstellern.

9.15 Uhr. Triathlon am Trans Rockies. Die Schwimmstrecke haben wir hinter uns. Jetzt kommt die Laufstrecke. Und Biketragestrecke. Ueber Stock und Stein. Meistens fast ueberhaengend. We love hiking. Oder doch lieber biking. Unsere Schuhe sehen schon nach ein paar Tagen aus, als ob sie der Baer in der Schnorre gehabt haette. Obwohl, Baeren haben wir noch keine gesehen...

9.30 Uhr. Wandertrail wird immer steiler. Haasi bekommt langsam Hoehenangst. Pez rackert sich mit 2 Bikes ab. Oben 50 Teams. Unten 250 Teams. Wir mittendrin. Und ploetzlich Chaos. Die Fueherenden kommen uns ueber den Schotterabhang zu Fuss entgegengeschlittert. It's the wrong way!!! Die Langsameren freuts. Und biegen vor allen Schnelleren rechts in den richtigen Singletrail ab. Die Zeit der Koenigsetappe am 2. Tag wird deshalb nicht gewertet.

10.00 Uhr. Schlammloecher. Singletrail durch Urwald. Schlamm bis zu den Knien. Kein Problem. Der naechste Fluss folgt sobald.

10.30. Erste flache Highway-Strecke. Pez gibt Gas. Und Haasi laesst hintendrein nicht mehr los. Kommt von da der Name lass Pez nicht los?

11.00 Uhr. Wir ueberholen die irren Iren. Haasi schnauft wie ein Ross. Und der Ire fragt sie (ebenfalls schnaufend) tell me about Switzerland? Bes ruig und fahr wiiter.

11.30 Uhr. Schon wieder tschaggen. Alle. Auch die schnellen Italiener. Gesponsert von Olympia-Sport. Aber wohl nicht von Husi.

12.00 Uhr. 4 Stunden im Rennen. Und schon 20 Kilometer geschafft, juhuiii!

12.30 Uhr. Die Fluesse fliessen noch immer. Unser Schweiss auch. 35 Grad. Das Wasser ist inzwischen Erfrischung pur und Kneipp-Kur dazu.

13.00 Uhr. Die nicht enden wollenenden groben Singletrails sind fuer den ganzen Koerper eine Tortour. Im von den Kanadiern heiss geliebten Rockgarden mit kopfgrossen Steinen laufen wir unseren Bikes wegen lieber. Am Abend sprechen alle nur vom Rockgarden. Haasi ist ehrlich und outet sich als Angsthase. Doch als sie unsere Zeit sehen, machen sie grosse Augen. Du laeufst ja schneller als wir fahren, hi, hi.

13.30 Uhr. Landschaft und Berge wunderschoen. Singletrail immer noch nicht fertig. Erste Teams buessen fuer ihr hohes Anfangstempo. Auch das nichts Neues.

14.00 Uhr. Meistens schon fast im Ziel. Ausser am 3. Tag. Beim Time Trail. Ein Zeitfahren ueber 48 Kilometer und 1600 Hoehenmeter auf groebstem Singletrail. Ist kein Witz. Los Pezos startet um 14.12 Uhr. Eine Minute hinter dem in der Gesamtwertung vor uns rangierte Team. Peep peep peep. Wie beim Skirennen. Und los gehts. Pez Vollgas voraus. Haasi hintendrein. Verwinkelt gehts durch die Waelder. Sehr ausgesetzt an einem Canyon entlang. Nicht alle Hollaender finden das lustig. Zu unserem Glueck. Uebrigens, der Bruder von Bart Brentjens, Clas Brentjens, faehrt auch mit.

14.30 Uhr. Ziel erreicht. Keine Baeren gesehen. Nur einmal fast. Aber beim genauen Hinschauen waren es dann doch Kuehe.

17.00 Uhr. Duschen im Truck. Bikewash. Regidrink. Taschenschleppen. Zelt suchen. Schlafsack trocknen. Dehnen. Hamburger essen. Cola drinken. Noch ein Hamburger essen. Smalltalk mit Gegnern. Small, weil alle Englisch sprechen. Telefonieren ist nicht moeglich. Zeltstadt steht mitten in der Wildniss. Weit weg von jeglicher Zivilisation.

18.00 Uhr. Faserpelz wieder montieren. Kappe anziehen. Nachtessen mit Kartoffeln, Fleisch (bei den Kanadiern nicht wegzudenken) und Salat. Kein Dessert!!!

20.00 Uhr. Siegerehrung ohne Los Pezos. Zweimal haarscharf daneben. Fotos und Film vom Tag. Los Pezos viel mit dabei. Meistens von hinten abgebildet. Fuer interessierte Sponsoren auch mit laengeren Namen: Da waere noch viel Platz vorhanden. Siehe Fotos vom Rennen unter www.danhudson.ca

21.00 Uhr. Pez im Pyjama und Haasi im Faserpelz in den nigelnagelneuen Daunenschlafaecken. Diese Investition hat sich gelohnt.

22.30 Uhr. Pez chraggelt muehsam aus dem warmen Schlafsack. Pinkelpause...

05.30 Uhr. Erneute Tagwache.............


3 x 7 = 21
21 Bike- und Rennvelorennen haben wir bestanden. Good job... So wurden wir am Trans Rockies 100 mal angefeuert. Well done. Wir sind stolz und freuen uns auf unsere Ferien. Wir koennten noch so viel erzaehlen. Ueber neue Freunde aus New Zealand, Polen (ein Pole glich Stuecku aufs Haar), Rumaenien, Holland, Suedafrika, Australien oder Irland. Aus Deutschland haben wir am Trans Rockies nur einen kennengelernt. Er ist vor Jahren nach Hong Kong ausgewandert.

4 x 7 = 28 Ideen schwirren schon wieder in unseren Koepfen herum. Trans Sardinia, Trans Carpatia, Crocodile Trophy, La Ruta in Costa Rica oder ein woechiges Bikerennen in New Zealand vom Meer in die Berge. Wir kriegen einfach nie genug.

Uebrigens. 3 Monate hat uns unser treuer VW-Bus Max durch Europa begleitet. Aber Max wollte nicht nach Hause. Und streikte. Und verlor Wasser und Oel. Und weilt zurzeit noch in den Ferien beim Automech in Scuol. Aber auch hier in Kanada sind wir nicht von Pannen verschont. Auf dem Transfer von Calgary zum Startort des Trans Rockies genossen wir mehrere Stunden auf dem Seitenstreifen des Highways. Zusammen mit den Italienern. Den spaeteren ueberlegenen Gesamtsiegern.

Trotz Todesangst immer noch kein Grizzly gesehen. Es gruessen herzlich Los Pezos.
Pez, der angeschossene Grizzly auf dem Baenkli und Haasi, der Angsthase

04 August 2008

Sascha und Guido mit E-Power am Bike-Transalp

Naturns. Zielankunft der fünften Etappe. Es ist Nachmittag. Die Sonne brennt vom Himmel. Und Los Pezos ist live mit dabei. Für einmal „nur“ als Zuschauer!



Die Schnellsten rasen ins Ziel. Unter dem Blitzhagel der Fotografen. Die Fotografen verziehen sich schon bald nach den gelungenen Fotos von ihren Stars. Der Speaker hat dafür jetzt alle Hände voll zu tun. Er begrüsst jedes der über 500 Teams. Und freut sich mit ihnen über die gelungene Leistung! Mit Armlingen und Beinlingen ausgerüstet flitzen die Transalper ins Ziel. Ein paar sogar mit Gore-Tex-Jacken. Und das bei dieser Affenhitze. Ob es wohl auf 3000 Meter über Meer kälter war als hier unten in Naturns? Bravo E-Power! Sascha und Guido rollen schon bald über die Ziellinie. Jetzt sind nur noch drei Etappen zu bewältigen. Und dann leider ihre Ferien schon zu Ende. E-Power hat noch viel Power!

Darum lassen wir am nächsten Morgen Steckdose und Verlängerungskabel im Bus und machen uns in aller Hergottsfrühe auf die Socken. Besser gesagt auf die Naturnser Alm. Eine Stunde sind wir zu früh da. Der Leader Karl Platt ist halt auch nur ein Mensch! Doch wir sind nicht alleine auf der Alm. Das Rescue-Team auf den Motorrädern ist auch schon da. Und sie fragen uns, warum wir nicht mitmachen. Wir seien doch das Trans Germany gefahren. Wir staunen nicht schlecht, denn ihren Dienst haben wir am Trans Germany zum Glück nie in Anspruch nehmen müssen.

Zum Zeitvertreib erzählt das Bike-Team Schauergeschichten vom Trans Rockies. Vom zuständigen Mann des Zielaufbaus. Wie er immer in der Pampa draussen das Ziel aufbauen muss. Und von den Bären gejagt werde. Wie auch die Teilnehmer des Trans Rockies gejagt werden. Und ein Teilnehmer sich einmal vier Stunden tot stellen musste. Oder von einer Teilnehmerin. Die dummerweise auf der Flucht von Bären auf einen Baum geklettert sei. Braunbären klettern nämlich wie die Affen. Und die Grizzlys schütteln den Baum so lange, bis das Opfer runterfällt. Was in ihrem Fall der Fall war.

Später warten wir mit einigen Bekannten vom Trans Germany gespannt auf die Biker. Und sie kommen. Karl Platt allen voran. An seinem Hinterrad beissen sich sein Teampartner und noch ein paar Gegner mit Tunnelblick fest. Wir sehen viele bekannte Gesichter. Mittendrin hätten wir darum fast Sascha verpasst. Mit einem Grinsen ruft er uns zu. Und fährt locker den steilen Anstieg hoch. Wir hätten ihm wohl noch ein paar Steine in den Rucksack packen sollen!


Sascha war zu schnell, nur noch von hinten


Und dann kommt Guido. Und wir feuern ihn an, was wir können. Und was wir bei Sascha verpasst haben. Auch Guido hat noch Power und genügend Schnauf, uns weiterhin schöne Ferien zu wünschen!

Guido im Windschatten


Wir gratulieren dem E-Power-Team Sascha und Guido zu ihrer tollen Leistung. Und natürlich gute Erholung. Wir sehen uns wieder im Winter. Auf den schmalen Latten! Und ob ihr es glaubt oder nicht, einmal Finisher, immer wieder Finisher. Etappenrennen machen süchtig!

Meran

Schon wieder ist eine Woche vergangen...

Wir haben unsere Sachen nach einer weiteren Woche in Meran eingepackt und reisten zurück in die Schweiz. Lospezos genossen noch viele Biketouren mit Bäbu, Käthy und Monika. Unteranderem bezwangen wir gemeinsam das Eisjöchel. Eine Tour, die man als Biker einfach einmal gemacht haben muss. Und nicht mehr so schnell vergisst. Auf dem Rückweg besuchten wir noch La Kuka Prögu und Käthy in Radolfzell am Megathlon. Es freute uns sehr, mit ihnen den megastarken 5. Schlussrang zu feiern. Bilder dazu im Fotoalbum.

Megathlon Käthi und Prögu


Am Mittwoch fliegen wir dann zu den Bären nach Kanada juhui.



bis bald lospezos

19 Juli 2008

Schon wieder ist eine Woche vergangen.

Viele Haasen in Oesterreich


Haasen gibts in Oesterreich wie Sand am Meer. Auf jedem zweiten Lastwagen prangt der Name Haas. Im Dorf heisst der Schuhverkäufer Haas. Und auf der Startliste vom Bike Transalp sind alle mit Namen Haas Oesterreicher. Auch Bäbu und ich waren Oesterreicher. Für einen Tag. Am Gardasee Bike-Festival anfangs Mai. Auf der Startnummer stand der Name Haas. Und die Nationalität darunter natürlich Oesterreich. Meine Vorfahren waren sicher Oesterreicher. Und ich esse darum so gerne Knödel. Für einen Schweizer nicht alltäglich. Und für die Oesterreicher darum eine kleine Sensation.


Schon wieder ist eine Woche vergangen. So beginnen die Texte von Pez (hi, hi). Stinklangweilig. Trotzdem trifft dieser Satz den Nagel auf den Kopf. Also brauche ich ihn halt auch. Sehr zum Vergnügen von Pez.


Stubaital. Natürlich in Oesterreich. Ein Geheimtipp für Naturliebhaber und Bergler. Sanftes grünes Tal. Rauschene eiskalte Bergbäche. Dunkelgrüne Wälder. Schroffe Felsformationen. Schneeweiss funkelnde Gletscher. Frische (vorallem in der Nacht) klare Luft. Bauernmärt. Daneben Billa Einkaufszentrum. Und hunderte von Wanderwegen. Hier im Stubaital erholten wir uns vom Transalpcamp. Und genossen die feudable Matratze im Bus noch viel mehr als sonst. Noch besser als auf der Matratze erholten wir uns aber auf Plausch-Biketouren in den Bergen. Und vielen vielen Jausen in den zahlreichen Berghütten.

Schlicktal


Morgen verabschieden wir uns vom Stubaital. Und fahren Richtung Meran. Wo wir für zwei Wochen in Lana zuhause sind. Am Mittwoch werden wir in Naturns das Bike-Transalp hautnah mitverfolgen. Für einmal als Zuschauer. Am Donnerstag Morgen in aller Hergottsfrühe fahren wir mit dem Bike, ausgerüstet mit Steckdose und Verlängerungskabel, auf die Naturnser Alm, wo wir das E-Power-Team Sascha und Guido den Berg hochpeitschen. Und die Steckdose anschliessen, sobald ihnen der Pfus ausgeht.


Am Samstag treffen wir die Oesterreicher. Äh, ich meine die Familie Haas. Käthy, Bäbu und Mum machen für ein paar Tage Ferien in Meran. Zusammen werden wir sicher spannende Biketouren unter die Räder (und auch mal Schuhe, hi, hi) nehmen. Das Eisjöchl ist bekannt für seine halsbrecherische Abfahrt.


Schon bald sind die ersten drei Monate vorbei. Ups. Jetzt brauche ich diesen Satz schon wieder, hi, hi. Ledrosee am Gardasee, Trans Germany, Wolfgangsee, Presseggersee in Kärnten, Dolomiten, Tour Transalp. Viel haben wir erlebt. Auch hier im Stubaital genossen wir jeden Tag. Oesterreich hat mir sehr gut gefallen. Als Haas Pflicht. Doch auch Pez ist hell begeistert. Sind seine Wurzeln etwa auch in Oesterreich? Ist gut möglich, auf jeden Fall fährt er Ski wie ein Oesterreicher, hi, hi!
Pinnistal


Am 6. August fliegen wir nach Kanada. Dort steht am 10. August der nächste Höhepunkt auf dem Programm. Das wöchige Bikerennen Trans Rockies. Das heisst Schlafen im Zelt, vor hungrigen Grizzlys flüchten, wilde Bäche mit dem Bike auf dem Rücken überqueren, Schlangenfrass am Abend (war letztes Jahr leider so). Trans Rockies heisst aber auch Singletrails bis zum Abwinken, steinige Bachbette, stahlblaue Seen, grüne Wälder, schroffe Felsen. Und sehr wenig deutschsprachige Europäer.

Wir sind gespannt und freuen uns schon heute mächtig. Gruss Los Pezos

14 Juli 2008

Tour Transalp 2008

Wir haben es geschafft. Wie Bäbu bereits eindrücklich beschrieben hat, war es gar nicht so einfach. Gömmeler und dann noch Deutsche sind manchmal ganz komisch. Es ist wirklich wahr. Unsere besten Kontakte und Gespräche hatten wir mit zwei Bergler aus Italien oder zwei Mountainbiker aus Oesterreich. Der Bergführer aus Italien startete doch tatsächlich mit einem Kletterhelm. Aber damit wahnsinnig schnell.
Die weiteren Etappen sind schnell erzählt. Es ging noch über einige Pässe. Immer wieder kämpften wir etwa mit den gleichen Mixed Teams. Verloren haben wir uns nicht mehr. Wir hatten in Oberammergau extra ein neues Bikeshirt in weiss gekauft. Leider sah es noch einer Etappe aus, als hätten wir sieben Ketten geflickt oder mehrere Platten behoben. Vielleicht liegt es daran, dass wir meistens zu faul waren, unsere Räder zu putzen….Aber immer wieder gut für Ausreden bei einer schlechten Zeit.

In der zweitletzten Etappe lief das Höhenprofil am Schluss nur noch flach aus. In der Abfahrt schlossen wir uns mit dem Team Adidas zusammen. Zwei grosse kräftige Fahrer, die wie wir gute Roller waren. Im Ziel bedankten wir uns, wie es sich gehört, bei den beiden. Sofort kam ein Reporter angelaufen und wollte ein interview mit uns. Da wir die Cape Epic Shirts anhatten (Sponsor Adidas) dachte er, wir wären auch gesponsert. Nachdem wir es ihm erklärt hatten, wollte er den Schreibblock eigentlich wieder einpacken. Liess es dann aber sein und stellte ein paar belanglose Fragen. Übrigens die beiden vom Adidas Team gewannen den Preis des schwersten Teams. Auf dem Podest erklärte er, was für Vorteile ein grosser und schwerer Fahrer für die Sponsoren hat. Viel mehr Werbefläche als bei den üblichen Hungerhaken. Auch fahren sie nicht so schnell, dass man den Schriftzug nicht lesen kann. Also Lospezos hat noch Platz.
Vor der letzten Etappe hatten wir (hauptsächlich Pez) etwas Angst. 154km flach an die Adria. Und das mit 1000 anderen Gömmelern in der Gruppe, ojeoje. Trotzdem beschloss Haasi zu attackieren. Sie zog ihr Attackshirt an und wühlte sich in der Gruppe nach vorne. Ich musste nur hinter ihr bleiben, und sie nicht verlieren. Gar nicht so einfach bei Tempo 40 bis 50 kmh. Nach Kurven und Kehren kam es immer wieder zu kleinen harten Sprints. Zum Glück gelang es uns, immer vorne in der Gruppe zu fahren. Hier kam es entgegen in den hinteren Reihen zu weniger Stürzen. Da die Führungsfahrer wohl das Gefühl hatten, nichts trinken zu müssen, fuhren sie an der Verpflegung einfach vorbei. Lospezos natürlich auch. Die letzten 40 km ohne Getränk. Das war hart. Ich hatte die ganze Woche die Haare an den Beinen nicht rasiert. Da dies gemäss Bäbu grosse Luftverwirbelungen auslöst und bremst, beschloss ich 15 km vor dem Ziel dies noch nachzuholen. Ich wählte dafür nicht die Methode Wachs, sondern Asphalt. Leider lässt das Resultat zu wünschen übrig. Die oberste Hautschicht ist an der Wade und A.. zwar weg. Aber die Haare stehen mir heute noch aus der Kruste heraus. An eine Rasur ist im Moment auch nicht zu denken!!! Siehe Bild am Ende des Berichtes. Haasi bekam die ganze Enthaarungsaktion gar nicht mit und startete ihren Schlusssprint. Nur mit viel Mühe schaffte ich es, den Anschluss an die Gruppe wieder herzustellen. 10m vor der Ziellinie schloss ich zu Haasi auf, welche entfesselt auf den 5. Etappenrang sprintete. Total zufrieden genossen wir noch das obligate Bad im Meer und die Finisherparty am Strand.

Als härteste Etappe stellte sich aber die achtstündige Fahrt mit dem Car zurück nach Oberammergau heraus. Auch das haben wir aber nun überstanden. 7 Tage im Camp, welches je mehr man in den Süden kam, immer schlechter wurde. Von Pensionen in Sölden mit Doppelzimmer und Dusche bis zum knapp mit einer Blache überdecktem Tennisplatz war alles vorzufinden. Um unsere Wunden und Wehwehchen auszukurieren, haben wir hier in Oberammergau eine Nacht in der Pension verbracht. Erst morgen starten wir mit unserem Bus auf weitere Abenteuerfahrt.

Wir freuen uns bereits auf neue Taten und Touren mit dem Bike.

bis bald lospezos


09 Juli 2008

TOUR Transalp - Zwei Mountainbiker in der Welt der Rennvelofahrer

Mittwoch 9. Juli 2008
Telefonischer Zwischenbericht von Haasi und Pez

Oberammergau. Startort zur diesjährigen Tour Transalp. Die letzten Ratschläge trafen ein. Gut verpflegen, nicht zu viel essen, sonst heisst der Ort noch Oberjammergau und das wäre oberjammerschade. Leider zu spät meinte Pez. Schon vollgefr....(Wort wird nicht ausgeschrieben, da anstössige Internet-Inhalte gemeldet werden müssen!).

Am Sonntag fiel dann der Startschuss, 1. Etappe, von Oberammergau nach Sölden, 140 km 2453 Höhenmeter. Sonne. Zuerst neutralisiert, das heisst der vorausfahrende Motorradfahrer musste sehen, dass er nicht unter die Veloräder kam. Dann wurde das Tempo auf Autogeschwindigkeit erhöht...Richtung Hahntennjoch (bereits im Regen und kalt). Im Gegensatz zu den Mountainbikern sind die Rennvelofahrer sehr musikalisch, spielen die Handorgel gekonnt. Das Feld zieht sich auseinander und zusammen, sodass man entweder bremsen oder mit voller Kraft treten muss, aber niemals absteigen darf (bei den Mountainbikern steigt man ab, wenn das Feld "blockt" und meistens steht an dieser steilen Stelle auch noch ein Fotograf, der das Tun im Internet veröffentlicht!).

Dann die erste Steigung, 16 %! Der 27. Gang des Mountainbike fehlte. Trotzdem, Haasi und Pez kamen hoch. In der Abfahrt waren sie dann wieder in Form, überholten ohne Kraftanstregung alle jene, die sie kurz vorher im Aufstieg mit roten Köpfen und schnaufend überholt hatten. Hui, die Abfahrten im Regen...Action pur.

2. Etappe. Sölden-Brixen. 124 km 3093 Höhenmeter, 2 Mega-Pässe (Timmelsjoch und Jaufenpass). Es regnete (seit gestern) unaufhörlich. Die Pässe waren wolkenverhangen und Los Pezos waren dann froh um den Ratschlag von Bäbu. Genug essen. Bei diesen regnerischen und kalten Verhältnissen hatten alle gut Verpflegten ganz klar Vorteile gegenüber den dünnen, schlotternden "Mägerli's". In Brixen überraschten Hedy und Res im Ziel Pez und Haasi mit ihrem Besuch. Und sie profitierten dann auch gleich von Hedys und Res letztjähriger Gigathlon-Erfahrung. Sie versorgten Pez und Haasi mit Tranksame und Esswaren und lebten die sportliche Euphori mit und waren auch am nächsten Tag in St. Vigil wieder im Zielgelände.

3. Etappe. Brixen-St. Vigil, 90 km, 2909 Höhenmeter. Würzjoch, 1400 Höhenmeter am Stück, dann zum Furkelpass mit bis zu 19 % Steigung. Der kleinste Gang kann nichts dafür, dass er so gross ist. Für was gibt es eigentlich den Wellenbock (Seilwinde)? Wohl zu steil, das Seil würde reissen!

Im Ziel dann wieder das Treffen mit Hedy und Res und ein gemütlicher Abend. Herzlichen Dank für den Besuch!

4. Etappe. Eigentlich hätte es die Etappe von Haasi und Pez werden sollen. Aber in diesem grossen Fahrerpulk, oft durch enge Gassen und Strassen, verliert man sich bei diesen hohen Tempi rasch aus den Augen. Haasi wartete am Pass-Anfang auf Pez (sie hatte mitbekommen, dass es weiter hinten einen Sturz gab) während Pez Haasi auf den Pass nachspurten wollte. Als man sich schliesslich wieder fand, war der Aerger auf der anstrengenden Schlussstrecke rasch abreagiert. Zeit war verloren gegangen. Wer auf die Spitze mehr als 45 Minten verliert muss mit Gegenverkehr rechnen. Die Strasse wird wieder freigegeben. Und so hatten Haasi und Pez Gegenverkehr. Das war natürlich Pech, besonders in den Abfahrten, wo Autos viel zu langsam fahren. Hier könnten Pez und Haasi andere überholen, was am Berg (rauf) schon schwieriger ist.




im Fahrerpulk ...irgendwo sind Haasi und Pez




Zwei Mountainbiker in der Welt der Rennvelofahrer. Beim TransGermany schliefen Pez und Haasi immer im Biker-Camp. Am Transalp übernachten sie zwar auch im Camp, aber ... einmal stand schon eine Pension zu Verfügung und einmal gab es das Frühstück sogar in einem Hotel. Heute Abend gibts "Ochs am Spiess". Und trotzdem sind sie froh, dass es noch den rennvelofahrenden Bergführer gibt. So dreht sich die Unterhaltung um Berge, Hügel, Sonne, Regen, Schnee, Landschaft und weniger um die Klassierung, verlorene Sekunden und Minuten. Mit ihm haben es Pez und Haasi so richtig gemütlich. Er ist zwar ein rennvelofahrender "Mountain Guides", er könnte ebenso gut ein rennvelofahrender Mountainbiker sein, wie Haasi und Pez meinen. Er lebt in ihrer (unserer!) Welt.

geschrieben von Bäbu


http://www.tourtransalp.de/

05 Juli 2008

Schnelle Schildkröten in den Dolomiten

Buz (Buzz ausgesprochen) bedeutet in der Inkasprache „schnelle Schildkröte“. Das haben wir gestern beim DVD-Kino-Abend auf unserem Laptop lachend bemerkt. Das Wort Buuz gibt’s nämlich auch im Wortschatz von Los Pezos. Als interner Uebername der Uebernamen Pez und Haasi. Den „u“ betonen wir nur etwas länger als die Inkas. Halt wie waschechte Entlebucher. Heisst „Buuz“ in Entlebucher-Düütsch darum „langsame Schildkröte“?

Aber wie sieht eigentlich der Alltag von den „langsamen Schildkröten“ aus? Am Morgen werden wir von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt und geweckt. Der Bus verwandelt sich innert kurzer Zeit in eine Sauna. Mit dem Pyjama in der Sauna? So bleibt nur die Flucht nach draussen. Am Ledrosee habe ich auch schon kältere Zeiten erlebt. Und auch hier in Oberammergau ist es frostig kalt. Die von Mum und Dad geschenkte Zebra-Decke leistet mir darum bis heute jede Nacht ihren treuen Dienst. Wie die Verkäuferin versicherte, ist die Decke in warmen und kalten Nächten toll!

Am Morgen sollst du essen wie ein Kaiser. Das nehmen wir wortwörtlich. Und geniessen das hiesige Brot mit Kümmel, Früchtemüesli, Kaffee und Tee. Beim Abwasch ist man als Frau Exotin in der Waschküche auf den Camping-Plätzen. In den Ferien ist das harte Männer-Arbeit. Ich wasche gerne in reiner Männer-Gesellschaft ab. Und überlasse Pez dafür den Veloputz. Beobachtet mit Adlersaugen von zahlreichen Hausfrauen.



Die Dolomiten beeindruckten uns auf unseren Biketouren. Auf dem bekannten Bindelweg genossen wir nonstopp das Panorama der Marmolada. Und zwischendurch natürlich auch einen feinen Apfelstrudel mit Kaffee.



Auf unserem Camping-Platz auf fast 1500 Meter über Meer war der Bär los. Fast alle Plätze waren besetzt. Viele Kletterer, Biker, Körbli-Velofahrer und pensionierte Neuseeländer verwandelten den einsamen Bergcamping in einen geschäftigen Ameisenhaufen. Unsere direkten Nachbarn mit Sohn Max unterhielten uns blendend. Max… Max… Maximilian! Ich hab jetzt dann die Faxen dicke!!! Nicht immer war die Ferienstimmung der Familie vis-à-vis in Hochform. Dafür die Faxen von unserem Bus Max dagegen heilig.



So auch auf der Fahrt nach Oberammergau. Zum Startort des Tour Transalp. Hier regnet es seit unserer Ankunft wie aus Kübeln. Unser Zelt ist noch immer absolut wasserdicht. Und darum war das Nachtessen noch viel gemütlicher im trockenen Zelt. Heute fiel sogar der Abwasch aus. Die dreckigen Töpfe und Teller stellten wir einfach nach draussen. Wo das Tiefdruckgebiet Marie (s’Marie) alles blitzblank wusch.

Unsere Bikes sind in Garmisch für eine Woche im Scott Bikeshop. Der Scott Mechaniker war fasziniert von unseren Simplon Razerblades. Und hing mein Rad schnurstraks an die Waage. Mit Satteltasche, Sattel-Sofa und Tubeless-Reifen wiegt das Bike 10.7 Kilo.

Die Rennvelos sind wieder einmal poliert und neu bereift. Und somit startklar für Sonntag. Wir sind frisch geschoren (Pez war das 1. Mal seiner Lebtage beim Coiffeur!) und die Beine sind glattrasiert. Somit haben wir das Wichtigste vorbereitet, hi, hi. Der Start am Sonntag muss darum wegen Los Pezos nicht noch eine Woche verschoben werden.

Bis bald. Gruss Los Pezos

weitere Fotos hier anklicken
Dolomiten

26 Juni 2008

Kärnten

Bereits ist wieder eine Woche vergangen. Wir haben hier im Gailtal viele Touren mit Rennrad und Bike zurückgelegt. Gestern nahmen wir als Hauptprobe mehrere Pässe in Angriff. Wunderschöne und einsame Strassen über Italien und zurück nach Austria. Mitten im grössten Kraut aussen, wo Fuchs und Haase sich gute Nacht sagten, hatten wir einen Platten. Leider hatten wir nur ein Satteltäschli mit einem neuen Schlauch dabei. oje oje Auch die Pumpe wollte nicht so recht. Trotzdem meisterten wir die restliche Strecke noch.


Heute reisen wir noch für ein paar Tage in die Dolomiten. Wir haben ja jetzt eine Woche übrig hihihi.


Übrigens haben die Östereicherkühe das Kneippen entdeckt. Mitten in einem Alpsee stand genüsslich eine Kuh. Bis zum Bauch im kühlen nass. Gerne wären wir auch mit reingesprungen doch wir mussten weiter.
bis bald und wie die Österreicher so schön sagen bhüeti

22 Juni 2008

Weitere Fotos vom Salzkammergut

Foto anklicken!

Salzkammergut Trophy

Zum Abschied vom Salzkammergut haben wir uns noch die volle Packung gegönnt. Es gibt hier im Juli ein Rennen, das heisst Salzkammergut Trophy. Die grosse Strecke beträgt 210km und 7500hm. Einmal Hölle und zurück. Schon immer liebäugelten wir mit diesem Abenteuer. Am Donnerstag meldete der Wetterbericht Sommerwetter den ganzen Tag. Also packten wir unsere Bikes und pilgerten nach Bad Goisern, wo der Start der Trophy ist. Unsere Karten konnten wir bereits bei der ersten Kreuzung stecken lassen. Die Strecken wurden bereits ausgeschildert und das super. Da wir die Landschaft und das warme Wetter genossen, reichte es nur bis zur Hölle. Zurück von der Hölle holen wir später nach. Nach nicht einmal der Hälfte der Trophy hatten wir genug und füllten unsere Speicher im Dorf mit Salat und Pizza. Aber wir kommen wieder. Dieses Abenteuer hat uns gepackt. Die Unterlagen haben wir mitgenommen. Wie man diese Strecke bewältigen kann, bleibt uns ein Rätsel. Aber wir haben ja noch ein Jahr zum Trainieren.



Am Freitag packten wir alles in unsern VW Bus namens Max. Immer dem Navi nach, fuhren wir kreuz und quer durch Österreich. Über Brücken, durch Städte und über stattliche Pässe machte Max seinem Namen alle Ehre. Er zitterte und schüttelte, aber er kam vorwärts und brachte uns nach Hermagor in Kärnten. Wir fanden einen Camping in der Nähe des Presseggersees, der Badewanne vom Gailtal. Mit dem Renner erkundeten wir bereits die Region am Weissensee. Da es rund um den See keine Strasse gibt, genossen wir eine Schifffahrt über den See. Am Abend gingen wir in das Camping eigene Bad am Presseggersee. Mitten im See schwimmt ein riesiger aufblasbarer Eisberg zum Erklettern. Wer Haasi kennt, weiss, dass dieser Eisberg erklommen werden muss. Hoch gings wie ein Bergführer. Runter war etwas heikel, da sie sich nicht getraute, ins Wasser zu springen. Die Beine zitterten wie beim Hund, den wir auf der Schifffahrt sahen. Von der Anlegestelle ans Land führte eine Treppe mit Gittertritten hoch. Der Hund sah das Wasser unter sich und zitterte am ganzen Körper. An der Leine zog ihn der Besitzer, zu unserem Gaudi, buchstäblich über die Treppe hoch. Das haben wir noch nie gesehen: ein Hund mit Höhenangst.

Auch heute trainierten wir noch einmal auf dem Renner. Wir besuchten dabei das nahe Italien und fuhren über den Nassfeldpass zurück. In dieser Affenhitze waren wir aber froh, unser Zelt am Schatten zu erreichen.



Das Transalp nähert sich nun in grossen Schritten. Bei einem Telefonanruf schenkte uns Bäbu eine Woche mehr Erholung. Bis anhin gingen wir davon aus, am Mittwoch nach Oberammergau zu ziehen. Dort wird der Start des Transalpes sein. Aber nicht wie in meiner Agenda eingetragen am 29. Juni, sondern erst eine Woche später am 6. Juli. Noch während dem Telefonanruf brach Hektik aus. Aber auch auf Prospekt und Bestätigung stand 6. Juli. Unser ganzes Programm wurde über den Haufen geworfen. Aber diese geschenkte Woche nehmen wir gerne und geniessen noch ein paar Tage in den Dolomiten.

Bis bald

Los pezos

17 Juni 2008

Nach dem Start ist vor dem Start

Los Pezos in St. Wolfgang im Salzkammergut

Die Renngeschichte vom Trans Germany haben wir erzählt. Und diese Geschichte hat noch eine Fortsetzung. Bereits in zwei Wochen fahren wir mit dem Rennvelo wieder im Zweierteam von Oberammergau in Bayern über die Dolomiten an die Adria. Dieses wöchige Rennvelorennen heisst Transalp. Und ist der totale Renner. Es war nämlich in nicht einmal fünf Minuten nach Anmeldestart ausverkauft.

Die Zeit rennt. Und wir hintendrein. Die letzte Woche verflog im Nu. Geplagt wurden wir von zahlreichen Bobos. Darum machten wir einen auf Gruppe 7 im Velolager. So fuhren wir allerhöchstens 30 Kilometer am Tag. Und kehrten beim ersten Tropfen um. Nur das Bier trinken hier die Deutschen.


Der Wolfgangsee ist wärmer als die Salz-Thermalquelle in Bad Ischl. Das haben wir im Thermalbad enttäuscht festgestellt. Darum ziehen wir wieder das Bad im See vor. Am Liebsten salzig und verschwitzt nach dem Biken. Von unserem Bus aus sind wir in einem Satz im See. Und trotzdem noch schneller wieder draussen. Einmal fragte mich eine Kolumbianerin am Trans Germany, was genau Los Pezos bedeute. „pez" heisst auf spanisch nämlich Fisch. Aber Pez hat Lungen wie ein Muni. Und bestimmt nicht Kiemen wie ein Fisch.

Noch eine Woche nach dem Trans Germany spürten wir unsere müden Beine. Irgendwann wagten wir uns dann doch wieder auf den Sattel. Doch schon nach ein paar Kilometern auf flachem Weg kehrten wir erschöpft um. Später nahmen wir die erste Biketour in Angriff. 1000 Höhenmeter auf das Zwölferhorn. Doch erst beim 3. Anlauf schafften wir es bis auf den Gipfel. Als Belohnung gönnten wir uns während der Abfahrt einen Jausen-Halt in einer Almhütte. Der Kasknödel mit Sauerkraut, Apfelstrudel und Topfenstrudel, und obendrauf ein deftiger Kaiserschmarrn stärkten uns. Pez schaute zwar etwas ungläubig auf meine Portion. Und rechnete die deftige Kost in Kilogramm um, die er am Transalp den Berg rauf bugsieren muss.

Jetzt rollt es schon wieder ganz ordentlich. Auf der 5-Seen-Tour durch das Salzkammergut machten wir nicht nur bei den türkisfarbenen Seen halt. Auf der Eisenaumeralm war sogar der Ofen angefeuert. Ein richtiger Frauen-Ofen. Die Männer erfreuten sich währenddessen lieber am Jausen-Brettli.


Gestern fuhren wir von St. Gilgen nach St. Wolfgang auf dem Veloweg neben der Hauptstrasse. Und brachten endlich wieder mehr als 20 km/h auf den Zähler. Auf der Hauptstrasse machte ein Polizist in Töffmontur mit einer Laserpistole Radar. Lachend richtete er die Pistole auf uns. Und drückte ab. Also Hedy, wenn die Rechnung kommt, nicht erschrecken. Und bitte aufbewahren. Auf diese Busse sind wir mega stolz.


In den nächsten Tagen freuen wir uns noch auf die WM-Strecke von Bad Goisern. Eine Biketour mit vielen Highlights, unter anderem der ewigen Wand vom Dachstein Gebirge. Wir geniessen nochmals unseren Campingplatz am See und die umliegenden Berge in vollen Zügen. Denn schon bald brechen wir auf. Richtung Oberammergau. Dem Startort vom Transalp. Einen Zwischenstopp haben wir unterwegs in Kärnten geplant.


Uebrigens: Karten haben wir noch nicht viele verschickt. Uns kommen einfach keine schlauen Sprüche in den Sinn. Der bisher beste Spruch von Pez:


Hier in St. Wolfgang ist es schweinisch kalt
Und unsere Nachbarn auch sehr alt


Am Morgen baden alle nackt
die Scheissen sind total verkackt


Trotzdem geniessen wir es hier
denn wir sind noch lang nicht stier


b’hüeti
Los Pezos

12 Juni 2008

Trans Germany 2008

Vorbereitung

Am Freitag Mittag wurde ich von Haasi in Buochs abgeholt und wir zogen mit unserem Bus los Richtung Erbach im Odenwald. Mitten in Deutschland fuhren wir durch ein riesiges Gewitter. Es hagelte und man sah auf der Autobahn keinen Meter mehr. Die Plätze unter den Brücken waren alle besetzt. In Erbach angekommen, durchliefen wir das ganze Anmeldungsprozedere. Mit der Nummer 205 werden wir am nächsten Morgen an den Start gehen. Am Abend an der ersten Pastaparty musterten wir die Waden unserer Gegner. Langsam kam auch bei uns eine gewisse Nervosität auf.

1. Etappe
Erbach – Frammersbach 103 km 2257 Hm
Mit 250 anderen Teams, davon 32 Mixed Teams starten wir in der schönen Altstadt von Erbach. Die ersten 30km sind neutralisiert. Das heisst, für uns „Höbbeler" beginnt das Rennen vom ersten Kilometer an, um den Anschluss nicht zu verlieren. Bereits in der Neutralisation sichten wir zu unserer Freude die ersten Abschleppmanöver unserer Gegner. Unsere Taktik, möglichst mit den Schnellsten an den scharfen Start zu gelangen, geht auf. Wir können mit schnellen Gruppen über die Flächen heizen und die Singletrails sind nicht mit Gegnern verstopft. Allerdings sind durch die Unwetter im Renngebiet einige Bäume und Geröll zu überwinden. Haasi testet den Waldboden dann auch einmal genauer, als sie einen Baum zu umfahren versucht.
Mit vielen Zuschauern auf der Strecke fahren wir am ersten Tag im Ziel ein. Überrascht sind wir von der genialen Zielverpflegung. Sie wird jeden Tag vom Zielort ausgerichtet und beinhaltet unter anderem Schinken, Salami, Käse, Lachsbrote, verschiedene Kuchen, Riegel, Schokolade weiss, schwarz, braun, alkoholfreies Weizenbier (ist übrigens isotonisch) usw…

2. Etappe
Frammersbach – Bischofsheim 83 km 2050 Hm
Nach einer ersten Nacht in der Turnhalle auf der kleinen Isomatte mit mehreren Holzfällern und Stinktieren stehen wir wieder am Start. Mehrere hundert Schüler und Eltern säumen die Strecke durch den Ort. Wir hatten die gestrige Etappe auf dem guten 8. Rang beendet und können deshalb im ersten Startblock starten. Unsere Gegner von Rang 3. bis 15. liegen alle innerhalb einer Viertelstunde. Es bleibt also spannend. Mit ein bisschen Schadenfreude beobachten wir das Gesicht der Deutschen Profibikerin Sandra Klose vom Team Zwillingskraft. Wie der Teamname sagt, sind sie und ihre Zwillingsschwester Peggy mit ihren Partnern in der Mixed Kategorie dabei. Allerdings reicht es dem einten Zwilling Sandra nach der ersten Etappe aber nur für einen Platz im zweiten Startblock. Wie es sich für einen Profi gehört, will sie sich heute Morgen in den ersten Block einreihen. Ein Supporter weisst sie aber zurück in den zweiten Block. Das verdirbt der erfolgsverwöhnten Bikerin den ganzen Tag. Mit saurer Miene startet sie dann halt im zweiten Block, um kurz darauf infolge Rückenschmerzen aufzugeben. Kommen die Rückenschmerzen wohl vom schweren suren Stei?
Auf jeder Etappe sind in der Regel 3 bis 4 Verpflegungsposten verteilt. Ich sprinte jeweils mit den Trinkflaschen voraus und fülle sie auf. Haasi darf (oder muss) so mit oder wenn möglich ohne kurzen Stopp weiterfahren. Da unsere Konkurrenten mit ihren gesponserten Trikots usw. Betreuer an der Strecke haben, müssen wir nach jeder Verpflegung eine Aufholjagd starten. Heute sind zwischen Posten 2 und 3 45 km Distanz. Es ist heiss und einige Asphaltaufstiege tragen nicht zur Abkühlung bei. Auch ein Tandem, welches mit uns mitfährt, ist völlig trocken und halb am verdursten. Trotzdem werden ein paar Worte gewechselt. Die ersten Worte von noch vielen folgenden. Mit gefüllten Flaschen nehmen wir den letzten Anstieg in Angriff. Vom Kreuzberg geht es noch 10km bergab und 3km leicht ansteigend ins Ziel. In der Abfahrt schliesst das Frauen Team Sirius mit Birgitt und Jasmin zu uns auf. Schon von weitem schreien sie „laufen lassen - Die Klose kommt - Die fährt runter wie ein Henker." Nach rasanten Downhill mit den beiden Frauen kommt Peggy Klose tatsächlich von hinten angeschossen. Darum heisst es noch einmal Zähne zusammenbeissen. Mit einem packenden Schlusssprint über 3 km können wir unseren 6. Etappenrang vor dem Team Zwillingskraft ins Ziel retten.

3. Etappe
Bischofsheim – Oberhof 95km 2700Hm
Langsam wird alles zur Routine, Start, Kampf um jeden Meter mit immer etwa den gleichen Teams, Ziel, Bikewash, relaxen, Pastaparty, schlafen. Auch heute treffen wir wieder etwa die gleichen Teams, Quest ein Seniormasterteam aus Rosenheim, die auch schon am Cape Epic dabei waren, ein Tandem mit Michael Opper, das Frauenteam Sirius und natürlich unseren direkten Gegner der Mixedkategorie. Da für die 4. Etappe eine Attacke auf dem Programm steht, wollen wir heute nur mässig Gas geben. Laut Plan. Doch als das Team Focus am letzten Verpflegungsposten vorbeifährt und uns bei den Isofässern und Riegeln wortwörtlich stehen lässt, müssen wir gezwungenermassen reagieren. Mit letzter Kraft schliessen wir wieder zu ihnen auf. Als dann Focus ein paar Meter weiter vorne von ihren Helfern verpflegt wird, ziehen wir entfesselt durch und lassen nichts mehr anbrennen. Wir finishen auf dem 7. Etappenrang. Und viel müder, als geplant.

4. Etappe
Oberhof – Bad Steben 120km 2500Hm
Heute steht die Königsetappe an. Es regnet bereits am Start. Aber das macht uns nichts aus. Wir sind mit unserem verregneten Trainingslager gut vorbereitet. Haasi kann kaum Treppensteigen. Ihr schmerzen die Beine vom gestrigen letzten Anstieg. Trotzdem sagt uns das Höhenprofil heute voll zu. 120 km mit vielen kleinen Anstiegen. So heisst es möglichst vorne mit einer schnellen Gruppe zu fahren. Etwa ab der Hälfte der Distanz bildet sich eine Gruppe mit drei Mixed Teams und ein paar Männerteams. Leider muss immer ein Mixed Team für Tempo sorgen. Die anderen sind bereits am Anschlag. Die Strecke führt über viele Waldpfade mit nassen Wurzeln, welche nicht leicht zu fahren sind. Sogar ich gehe einmal unsanft zu Boden. Im zweiten Teil wird es uns zu bunt. Da wir sowieso immer am Führen sind, ziehen wir in einem leichten Anstieg das Tempo an. Unsere Gegner verdrehen langsam die Augen und die Gruppe wird immer kleiner. Nun heisst es durchziehen. Im steilen Anstieg vor der letzten Verpflegung taucht plötzlich das Leadertrikot der Mixedwertung vor uns auf. Der Partner der Schweizerin Milena Landtwing hat Buochser Gefühle (Magenprobleme) und bleibt praktisch am Berg stehen. Den dritten Platz vor Augen ziehen wir den Schlusssprint diesmal 15 km vor dem Ziel an und überholen sie. Das Podest beflügelt uns und wir fliegen praktisch dem Ziel entgegen. Ich voraus. Und Haasi mit Tunnelblick an meinem Hinterrad. Wir geben nicht mehr nach und erreichen auf dem dritten Platz das Ziel in Bad Steben. Doch erst als der Speaker uns als drittes Mixed Team begrüsst, können wir es richtig glauben. Bereits 2 min nach uns kommen dann schon die nächsten Paare ins Ziel, das war knapp. Mit Freudentränen fallen wir uns in die Arme. Der ganze Abend wird zum Jubellauf für das Team los pezos. Im Camp wird von allen Seiten gratuliert. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Team aus der Turnhalle ein solcher Erfolg gelingt. Die Zeit bis zur Siegerehrung geniessen wir wie noch nie. Auf dem Podest sind wir mächtig stolz. Aber auch glücklich, dass wir nicht erster wurden. Das 1. Podest wäre für Haasis Muskelkater wohl zu hoch gewesen. Glücklich über den heutigen Erfolg und mit der gewonnenen Kappe schlafen wir heute noch besser auf der harten Matte.

5. Etappe
Bad Steben – Schöneck 98 km 2230 Hm
Heute ist der Pfupf draussen. Im ersten grossen Anstieg müssen wir reissen lassen. Über die folgenden Flächen sind wir darum grösstenteils alleine im Wind unterwegs. Als von hinten ein Schnell-Zug mit zwei Tandems anrollt, klinkten wir uns ein und holen zusammen Team um Team ein. In den Abfahrten lassen wir andere mit unseren Downhillqualitäten stehen und sind schon wieder alleine unterwegs. Am steilen Zielanstieg büssen wir für unsere Alleinfahrt und werden noch von ein Paar Teams kassiert. An der Zielverpflegung staunt ein Mitkonkurrent über die Abfahrtstechnik von Haasi und fragt mich, ob sie eine Downhillerin sei. Das ist kein Witz! Er hat versucht, ihr auf einer Abfahrt zu folgen und viel prompt auf den Latz. Der Zielort Schöneck ist auf einem Berg in einem Skigebiet. Mit dem Sessellift fahren wir im Schritttempo zur Talstation an die Pastaparty . Für die Holländer das Highlight der Woche und ein Foto wert.

6. Etappe
Schöneck – Oberwiesenthal 81 km 1932 Hm
Häufig werden wir während der Woche gefragt, ob wir auch ich richtigen Leben ein Team sind. Viele Freundschaften und sogar Ehen sind schon am Transalp und Trans Germany gescheitert. Darum sind Mixed Teams meistens bunt zusammengewürfelt. Nicht so Los Pezos. Doch heute stehen wir ausnahmsweise aufgrund verschiedener Gesprächspartner ein paar Meter auseinander am Start. Und dann erst noch mit unterschiedlichen Trikots. Was nicht mit absichtlicher Gegnerverwirrung, sondern mit Faulheit beim Waschen zu tun hat. Das Team Quest fragt bereits, ob dicke Luft herrsche und ich könne auch mit ihnen fahren. Ob sie wohl eine Vorahnung haben? Die ganze Etappe läuft ganz ordentlich bis zur letzten Verpflegung vor dem Fichtelberg. Ich habe wieder einmal das dringende Bedürfnis und muss austreten. Und Haasi fährt weiter. Wie immer. Wenn ich austrete. Und fährt zu. Wie von der ersten Etappe an abgemacht. Bis heute ist mir nicht klar, warum ich plötzlich das Gefühl hatte, sie sei auch ausgetreten. Tief hinein in den Wald. Und jetzt den Weg nicht mehr zurück findet. Vielleicht war es deswegen, weil sie sagte, sie muss eigentlich auch pinkeln. Was aber im Nachhinein durch die Blume eigentlich hiess, ich soll einen Knopf machen. Irgendwann hat Haasi dann begriffen, dass ich nicht mehr komme. Und etwas in die Hose geht. Trotz Pinkelpause. Und muss Team für Team an ihr vorbeiziehen lassen. Und auf mich warten. Mit der anschliessenden Aufholjagd können wir beide unserem Aerger Luft machen. Und nach den ersten steilen Anstiegen nur noch nach Luft schnappen! Auf jeden Fall geniessen wir den Fichtelberg und seine schöne Aussicht jetzt umso mehr. In Zukunft wird bei jedem Gang aufs WC doppelt nachgefragt. Wartest du oder fährst du weiter???? Hihih.

7. Etappe
Oberwiesenthal - Seiffen 78 km 1600 Hm
Am letzten Tag sind alle froh, dass eine Etappe gestrichen wurde. Die Etappe ist schnell erzählt. Es geht über tolle Trails durchs Erzgebirge an der Tschechischen Grenze. Vor dem letzten Anstieg gibt es noch einen Sektempfang. Da uns das Team Zwillingskraft im Nacken sitzt, exen wir den Sekt in einem Zug im Durchfahren runter. Er brennt in unseren Kehlen wie reiner Bauernträsch. Wir mobilisieren unsere letzten Kräfte und erreichen den 5. Etappenrang. Im Gesamtklassement fahren wir von 32 gestarteten Teams auf den 6. Rang. Wir sind total zufrieden. An der legendären Finisherparty am Abend geht es hoch zu und her. Gutes Essen, lustige Gespräche, Haasentanz und Polonäse sind die Höhepunkte. Wenn ihr in Zukunft einen Deutschen mit einem Schweizer Fussballshirt mit dem Namen Pez antrefft, er heisst Michael und findet unsere Schweizer Sprache mega beruhigend. Neben dem Podestplatz sind die vielen neuen Bekanntschaften aus Deutschland, Holland, Polen, Rumänien, England und natürlich aus der Kuhschweiz die Höhepunkte unserer Trans Germany.
Wir freuen uns schon jetzt an den folgenden Rennen auf solche Höhepunkte.